Medizin-Professor warnt: Käse macht dick, krank und sogar süchtig!

Käse gilt mit seinem hohen Gehalt an Kalzium und Eiweiß als besonders gesund. Doch in Wirklichkeit könnte Käse dick und sogar krank machen. Wer auf Käse und andere Milchprodukte verzichtet, dafür selbst gemachten pflanzlichen Käse isst, wird ohne Kalorienzählen schlank und gesund, postuliert ein US-Wissenschaftler und warnt sogar davor, dass Käse süchtig macht.

Wer abnehmen möchte, hat meist Kohlenhydrate und Zucker im Fokus oder verzichtet etwa auf Fleisch und Wurst, treibt mehr Sport. Dass auch Käse problematisch für die Figur ist, haben hierzulande die wenigsten auf dem Radar. „Käse macht dick und sogar süchtig“, behauptet Bestseller-Autor Neal Barnard, Professor für Medizin an der George Washington University School of Medicine.

Ohne Käse langsam, aber dauerhaft abnehmen

Allein durch Käseverzicht und der Reduktion anderer Milchprodukte lässt sich Gewicht reduzieren, verspricht er in seinem neuen Ratgeber „Raus aus der Käsefalle“*. Mit rund 500 Gramm pro Monat rechnet Barnard, also sechs Kilogramm pro Jahr. Diesen Effekt haben verschiedene Studien bestätigt, die sich mit Ernährungsformen und Gewicht beschäftigten.

Käse macht genauso dick wie Schokolade

Kaum ein anderes Lebensmittel verfügt über eine so hohe Energiedichte, sprich hat so viele Kalorien und dabei Fettkalorien wie Käse. Diese Fettkalorien sind besonders gefährlich, weil der Körper sie besonders rasch als Fettdepots anlegt. Und je höher der Fettgehalt von Käse ist, desto höher ist auch sein Anteil an gesättigten Fettsäuren, die bekanntlich schädliches Cholesterin im Blut ansteigen lassen und Herz-Kreislauferkrankungen begünstigen.

Rund 402 Kilokalorien hat vollfetter Schnittkäse im Durchschnitt pro 100 Gramm und mehr als 30 Gramm Fett. Damit ist Käse durchaus mit Schokolade vergleichbar.

Erschwerend im wahrsten Sinne des Wortes kommt noch dazu, dass viele von uns Käse zusätzlich essen, also dick auf der eigentlich schon sättigenden Pizza, zusätzlich auf dem Burger oder dem Steak – und deshalb nicht weniger von den anderen Zutaten essen.

Milch ist von der Natur eigentlich „Kraftfutter“

Doch warum ist Käse so nährstoffreich? Käse ist meist aus vollfetter Milch hergestellt. Bereits diese Ausgangssubstanz ist unbestritten eine Kalorienbombe, wenn man mehr als einen Viertelliter täglich davon trinkt. Von Natur aus ist der hohe Nährstoffgehalt der Milch jedoch durchaus sinnvoll, denn immerhin ist die ursprüngliche Funktion des Lebensmittels: Das Kälbchen soll damit wachsen, groß und stark werden….

Käse enthält viel Salz

Käse liefert jedoch nicht nur viel Fett, sondern auch Natrium, also Salz, das bei der Herstellung zugesetzt wird. So enthalten 100 Gramm Gouda knapp 2,8 Gramm Salz, Gorgonzola sogar 3,6 Gramm. Mit ein paar Brötchen dazu und womöglich etwas Schinken ist dann rasch die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung tägliche Höchstmenge von 6 Gramm überschritten.

Das ist riskant, denn zu viel Salz belastet die Nieren und kann zu Wassereinlagerungen führen.

Drei verstörende Fakten über Käse – und was davon zu halten ist

Trotz dieser Tatsachen gilt Käse als wertvolles Lebensmittel. Doch das Gegenteil ist der Fall, schreibt Ernährungsexperte Neal Barnard. Er kritisiert vor allem Folgendes:

1. Hormone in der Milch

Milch enthält in geringer Menge Hormone wie Östrogene und insulinähnliche Wachstumsfaktoren. In diesem Zusammenhang wird seit langem über ein Prostata- und Brustkrebsrisiko diskutiert. In Deutschland erklärt das Bundesinstitut für Risikobewertung dazu, dass bei üblichem Milchverzehr (ein Viertelliter pro Tag) "kein Anlass für die Annahme eines relevanten Gesundheitsrisikos“ bestehe. Hormone aus Lebensmitteln werden vom Körper vermutlich weniger resorbiert.

2. Milchproteine und das Risiko für Allergien

Abgesehen von Laktoseintoleranz sowie einer Milchallergie, die vergleichbar mit einer Allergie auf Soja, Fisch, Nüsse oder Eier ist: Milchproteine wie das Casein scheinen die Fähigkeit zu haben, bei manchen Menschen andere Allergien zu verschlimmern. Der Verzicht auf Milch und Milchprodukte wie Käse kann bei ihnen dazu führen, dass andere Allergien leichter werden oder sogar ganz verschwinden, berichtet der Professor. Aussagekräftige Studien gibt es dazu noch nicht. Für Allergiker gilt deshalb: Einfach mal Milchverzicht ausprobieren und beobachten, was dann passiert.

3. Milch und Arthritis

Je höher der Fettgehalt von Milch und Milchprodukten ist, desto mehr Arachidonsäure enthalten sie. Diese natürliche Fettsäure feuert im Körper Entzündungen an und kann deshalb auch Gelenkentzündungen wie Arthritis am Laufen halten. Der Verzicht auf fettreiche Milch und Käsesorten wird deshalb bereits seit langem Menschen mit chronischen Entzündungen empfohlen und gehört zur anerkannten Rheumadiät.

Suchtfaktor Käse

Neben diesen zumindest teilweise besorgniserregenden Hinweisen steht Käse zusätzlich unter Verdacht, süchtig nach mehr zu machen. Milch und vor allem Käse mit seiner hochkonzentrierten Form von Milch enthält nämlich opiatähnliche Substanzen, die Casomorphine. Sie führen dazu, dass im Gehirn Dopamin freigesetzt wird, wirken also wie eine Droge, das zeigen Studien.

Den Käse-Junkie gibt es aber nicht

Zwar macht häufig Käse essen nicht körperlich abhängig, es gibt also keine Käse-Junkies, dazu wirken die Casomorphine zu milde. Doch die Käse-Morphine können das Verlangen nach Käse steigern und es Übergewichtigen schwer machen, auf saftige Lasagne, Pizza und Cheeseburger zu verzichten.

Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sieht dieses Problem jedoch nicht. Sie ließ Studien auswerten und kam zu dem Schluss, dass Casomorphine den Verdauungsvorgang nicht überstehen, somit nicht ins Blut gelangen und außerdem die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden können, sie kommen also gar nicht im Gehirn an. Wie bei vielen anderen Themen gibt es hier also Studien mit gegensätzlichen Ergebnissen und es besteht weiterer Untersuchungsbedarf.

Kein Käse – Kalziummangel droht

Wer diese Warnungen ernst nimmt und deshalb auf Käse verzichtet, begibt sich jedoch in eine andere Gefahr: Kalziummangel. Denn Milch und Milchprodukte sind mit die wichtigsten Lieferanten für den Knochen- und Zahnbaustein. Doch Kalzium ist auch in vielen anderen Lebensmitteln enthalten:

  • Dunkelgrünes Blattgemüse
  • Bohnen
  • Nüssen
  • Mineralwässer mit hohem Kalziumgehalt

Übrigens enthält Pflanzenmilch aus Soja, Mandel, Reis oder Hafer genauso viel Kalzium wie Kuhmilch und ist damit eine echte Alternative.

Was außer Käse noch tabu sein sollte und was erlaubt ist

Gesunde Ernährung nach Professor Barnard bedeutet jedoch nicht nur Käse- und Milchverzicht, sondern ist insgesamt stark pflanzenorientiert. Lebensmittel die er deswegen streicht sind:

  • Eier
  • Fleisch, Wurst
  • Fisch
  • Zuckerhaltige verarbeitete Lebensmittel
  • Weißmehlprodukte

Unbeschränkt empfehlenswert sind dagegen

  • Gemüse
  • Obst
  • Vollkorngetreide
  • Hülsenfrüchte

Pflanzenmilch, Miso, Pflanzenjoghurt, Nussmus wie Kokosmus und Seidentofu runden diese Liste ab und ermöglichen abwechslungsreiche, feine Gerichte, die auch überzeugten Käse- und Fleischliebhabern schmecken können.

Ein Tagesplan dieser pflanzenorientierten Diät ohne Käse könnte etwa so aussehen:

Morgens: Haferbrei mit Pflanzenmilch und Apfelwürfeln

Mittags: Spinat-Süßkartoffel-Lasagne

Abends: Kürbissuppe                                                    

Käseverzicht im Alltag: Milchfreier Käse, selbst hergestellt

Lasagne, aber auch Pizza und Pasta mit „Käse“ sind also durchaus erlaubt. Allerdings wird ausschließlich pflanzlicher Käse verwendet. Ein Rezept für Pflanzenmozzarella, der besonders gut schmilzt und sich hervorragend zum Überbacken eignet, für Aufläufe, Lasagne und Pizza:

Zutaten:

3 EL rohes Cashewmus

1 TL milde Misopaste

1 1/2 TL Zitronensaft

3 EL Tapiokastärke

250 ml Wasser

½ TL Meersalz

Zubereitung: Alle Zutaten in einen Mixer geben und auf Höchststufe pürieren. Die Mischung in einen festen Topf geben und unter ständigem Rühren bei mäßiger Hitze erwärmen. Nach etwa drei Minuten wird das Ganze etwas Ausflocken, kurz darauf verbindet sich alles zu einer weichen Masse und eine Kugel bildet sich. Den Schmelz-Mozza vom Herd nehmen, auskühlen lassen und löffelweise auf Pizza, Lasagne oder Auflauf geben.

Fazit: Käse hat unbestritten viele Kalorien, enthält je nach Sorte viel schädliches Cholesterin sowie Salz. Deshalb ist es sinnvoll, nicht zu viel Käse zu essen. Strikter Verzicht auf Käse und andere Milchprodukte wird Übergewicht verhindern oder sogar abbauen – falls nicht andere kalorienreiche Lebensmittel als Ersatz verzehrt werden. Die pflanzenbasierte Diät nach Professor Barnard schlägt deshalb eine vegane Ernährung vor, die auch in Hinblick auf Herz-Kreislauferkrankungen und Rheuma gesund ist, sich allerdings im Alltag manchmal nur schwer umsetzen lässt. Denn die Rezepte sind relativ aufwändig nachzukochen. Außerdem ist es schwer, ohne Milchprodukte ausreichend Kalzium aufzunehmen.

*Dr. Neal D. Barnard: Raus aus der Käse-Falle; Narayana Verlag GmbH 2018; ISBN 978-3–96257-041-5; 24,80 Euro 

 

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