Apotheker bekommen neue Pauschalen für die Telematikinfrastruktur

Noch in diesem Jahr sollen Patienten, Ärzte und Apotheker inDeutschland erstmals auch elektronisch auf Medikationspläne zugreifen können.Damit das möglich wird, müssen Apotheken allerdings noch an die Telematikinfrastruktur(TI) angebunden werden. Dieser Vorgang läuft noch. Nun steht allerdings fest,wie viel Geld die Apotheker für die Einrichtung der neuen technischenAusrüstung und die Verwendung der TI regelmäßig erhalten sollen.

Derzeit müssen Patienten und Ärzte hierzulande noch einPapierblatt verwenden, um den Medikationsplan zu nutzen. Damit soll aber baldSchluss sein: Das Gesetz sieht die Einführung des digitalen Medikationsplansvor. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) erklärteAlexander Beyer, Geschäftsführer der Gematik, dass Patienten noch in diesemJahr den e-Medikationsplan nutzen können.

Das ist ein ambitionierter Plan. Denn dazu müssen zunächstdie Apotheken an die sogenannte Telematikinfrastruktur (TI), also gewissermaßendas neue Datennetzwerk im Gesundheitswesen, angebunden werden. Nur wenn diesesichere Datenaustausch-Struktur etabliert wird, können Kliniken, Ärzte undApotheker elektronische Entlassbriefe, E-Medikationspläne oder E-Rezeptemiteinander austauschen oder E-Patientenakten einsehen. Diese Anbindung ist aberkeine einfache Sache. Im vergangenen Jahr hatte DAZ.online bereits beschrieben,welche technischen Hürden noch überwunden werden müssen:

  • Zunächst benötigen die Apotheker einenelektronischen Heilberufsausweis (HBA), mit dem sie sich als Heilberufler imNetzwerk identifizieren, um Patientendaten einsehen zu können. Rein technischgesehen benötigen die Apotheker den HBA nicht zur Anbindung an die TI. Siebrauchen ihn allerdings, um Zugang zu Anwendungen zu erhalten, in denenPatientendaten eine Rolle spielen – wie etwa der E-Medikationsplan. DieLandesapothekerkammern arbeiten daran, diese Ausweise zu erstellen und an dieApotheker zu verteilen.
  • Damit jede Apotheke als Institution an dasdigitale Netz angeschlossen werden kann, braucht der Inhaber eine sogenannte Institutionenkarte, auch „SMC-B-Karte“genannt. Diese Karte wird benötigt, um die jeweilige Apotheke beim TI-Netzanzumelden. Auch dafür sind die Kammern zuständig, dabei hatte es zuletzt aberrechtliche Probleme mit der Zuständigkeit der Kammern gegeben.

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  • Schließlich benötigen die Apotheker einensogenannten Konnektor, um sich über eine sichere VPN-Internetverbindung ans Netz anzubinden. Der Konnektor ist das Verbindungsgerät in derTelematikinfrastruktur. Zu diesen Konnektoren gehören die Kartenterminals: Andiesen neuen Lesegeräten sollen sich die Apotheker sowohl mit den SMC-B-Karteneinmalig im Netz anmelden aber auch regelmäßig für die patientenbezogenenAnwendungen registrieren. Insbesondere bei den Konnektoren, die wie ein WLAN-Router aussehen, könnte sich für die Apotheker ein Marktproblemergeben: Denn nur sehr wenige Produkte von einigen wenigen Anbietern sindzertifiziert. Im Apothekerlager sorgt man sich daher, ob es pünktlich zum Startüberhaupt genügend Konnektoren geben wird, um alle Apotheken ans Netz zubringen.

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