Experten warnen: Die Grippewelle steht kurz bevor

Trotz der kühlen Temperaturen kursiert momentan noch keine große Grippewelle in Deutschland. Laut den Influenza-Experten am Robert-Koch-Institut (RKI) ändert sich dies jedoch schon bald.

Wie aus dem Influenza Wochenbericht hervorgeht, sind in der zweiten Kalenderwoche vom 5. Januar 2019 bis zum 11. Januar 2019 insgesamt 1.263 bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt worden. Das sind fast so viele wie in den drei Wochen zuvor.

Laut den Experten sei demnach mit einem zeitigen Einsetzen der Grippewelle zu rechnen. Diese Aussage ist auf Untersuchung eingegangener Laborproben zurückzuführen.

In fast der Hälfte der Proben, die im Nationalen Referenzzentrum für Influenza (NRZ) eingetroffen sind, sind entsprechende Viren nachgewiesen worden.

Bei denen handelt es sich meistens um Influenzaviren – diese wurden bei 18 Prozent der Proben nachgewiesen.

Um aus diesem Wert einen Rückschluss auf die Allgemeinheit zu ziehen, haben die Forscher diese Rate hochgerechnet.

Als Ergebnis gaben sie an, dass bei einer Infektion die Influenzaviren mit einer Wahrscheinlichkeit von elf bis 28 Prozent auftreten.

Grippewelle könnte schon begonnen haben

Eine sogenannte Grippewelle beginnt, wenn der untere Wert dieser hochgerechneten Rate zwei Wochen in Folge über zehn Prozent liegt.

In der zweiten Kalenderwoche dieses Jahres war dies zum ersten Mal der Fall. Sollte in der kommenden Woche die Rate wieder über zehn Prozent liegen, besteht also seit der zweiten Kalenderwoche eine Grippewelle.

Seit Beginn der Grippesaison in der 40. Kalenderwoche des vergangenen Jahres sind insgesamt 3.677 bestätigte Grippefälle beim RKI eingegangen.

Auch Todesfälle gab es bereits, elf Patienten mit einer nachgewiesenen Infektion sind bislang verstorben.

Verlauf der Grippewelle nicht vorhersehbar

Beim NRZ sind seit der 40. Kalenderwoche in 49 von 456 positiven Proben Influenzaviren nachgewiesen worden. Alle davon waren Influenza-A-Viren.

Dabei kamen die Subtypen des Virus fast gleich oft vor. 23 mal war es die Influenza A (H3/N2) und 26 Mal die Influeza A (H1/N1).

Diese Verteilung kann sich während der Grippesaison jedoch noch ändern. Auch Vorhersagen, wie stark die Grippewelle dieses Jahr verläuft, können nicht vorzeitig getroffen werden.

Jedoch fing die Grippewelle im Winter 2017/2018 bereits in Kalenderwoche 52 an. Damals waren schon deutlich mehr Personen erkrankt, in der zweiten Kalenderwoche meldete das RKI dann über 6.400 bestätigte Fälle.

Damals war besonders der Yamagata-Subtyp der Influenza-B-Viren mit 62 Prozent dominant. Gerade dieser Subtyp war nicht in der Grippeimpfung enthalten, was das Ausmaß der Grippewelle deutlich steigerte.

Cornelia Bertram

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