Aspirin, Ibuprofen, Diclofenac: So schnell wirkt deine Schmerztablette

Schmerztabletten sollen möglichst schnell wirken. Aber wie viel Wartezeit ist normal? Der Beipackzettel schweigt sich dazu aus. Ein Experte erklärt, wovon es abhängt, wann die Wirkung einsetzt und wie lang die Linderung anhält.

  • Ein voller Magen bremst die Passage des Medikaments und damit die Schmerzlinderung.
  • Brausetabletten wirken schneller als magensaftresistente Pillen.
  • Die Wechselwirkung mit anderen Medikamenten kann den Effekt der Schmerztablette beeinträchtigen.

Wer mit Kopfschmerzen aufwacht oder ein Zwicken im Knie spürt, greift schnell zur Schmerztablette. Aspirin, Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac – eines der vier häufigsten Mittel gegen Schmerzen hat fast jeder in der Hausapotheke. Es dauert aber unterschiedlich lang, bis die Tablette das peinigende Gefühl verschwinden lässt. Woran liegt das?

„Wie schnell ein Medikament wirkt, ist eine Frage der Bioverfügbarkeit. Sie hängt von zwei Faktoren ab: den individuellen Voraussetzungen des Patienten und der galenischen Formulierung, also der Darreichungsform des Medikaments“, sagt der Pharmakologe Kay Brune von der Universität Erlangen.

Das gehört zu den individuellen Voraussetzungen:

  • Gewicht und Alter spielen für die Bioverfügbarkeit von Schmerzmitteln zwar keine Rolle.
  • In einer zierlichen Person findet der Wirkstoff aber schneller seinen Weg in die Blutbahn als in einem Übergewichtigen.
  • Auch ein voller Magen verzögert die Passage der Tablette und damit die Wirkung.
  • Außerdem beeinträchtigt eine Reihe anderer Medikamente die Wirkung von Schmerzmitteln.

Diesen Effekt hat der Aufbau der Tablette:

  • Ob Brausetablette oder Kapsel, Dragee oder Granulat – die Zusammensetzung eines Schmerzmittels (fachlich: die galenische Formulierung) verändert die Bioverfügbarkeit.
  • Unter Bioverfügbarkeit versteht man, wie schnell und in welcher Menge der Wirkstoff den Schmerzort erreicht.
  • So kommt der Wirkstoff aus einer Tablette, die sich schon im Magen auflöst, schneller in wirksamen Mengen zum Ort des schmerzhaften Geschehens als aus einer mit magensaftresistentem Überzug. Diese löst sich erst im Dünndarm auf und geht direkt in den Blutkreislauf.

Die Bedeutung der Halbwertszeit:

  • Wie lange die schmerzstillende Wirkung einer Tablette anhält, hängt neben der Bioverfügbarkeit von der Halbwertszeit ab: Dann liegt die Hälfte des Wirkstoffs noch in aktiver Form vor.
  • Ist die Halbwertszeit lang, so genügt geringer Nachschub, um die schmerzstillende Konzentration aufrecht zu erhalten.

Und so wirken die vier Substanzen, die Schmerzgeplagte in Deutschland am häufigsten schlucken:

Wie schnell wirkt Aspirin?

Acetylsalicylsäure (ASS) ist wasserlöslich und wird schon im Magen resorbiert. Die Bioverfügbarkeit beträgt 50 bis 70 Prozent. Als Brausetablette setzt die volle Wirkung schon nach 20 Minuten ein. Als  Tablette benötigt ASS eher eine Stunde, bis der Schmerz nachlässt. Nach zwei Stunden ist die Halbwertszeit erreicht.

Wie schnell wirkt Paracetamol?

Es gilt als das schwächste  Schmerzmittel. Die maximale Wirkkonzentration ist nach 60 Minuten erreicht. Die Halbwertszeit beträgt eine Stunde. Fiebrige Kinder bekommen Paracetamol gern als Zäpfchen verabreicht. So wird eine Bioverfügbarkeit von bis zu 90 Prozent erreicht, mit der höchsten Konzentration nach drei bis vier Stunden.

Wie schnell wirkt Ibuprofen?

Der Wirkstoff Ibuprofen ist bis zu einer Dosierung von 400 Milligramm rezeptfrei erhältlich. Die Bioverfügbarkeit liegt bei 80 bis 100 Prozent. Etwa nach einer bis zwei Stunden ist die maximale Konzentration erreicht. Die Halbwertszeit beträgt zwei bis vier Stunden. Ibuprofen wirkt am besten, wenn es auf nüchternen Magen eingenommen wird.

Wie schnell wirkt Diclofenac?

Am bekanntesten ist Diclofenac als Schmerzsalbe für Gelenke und Sportverletzungen. „Ob wirklich ausreichende Mengen des Wirkstoffs von der Haut aus ins schmerzhafte Gelenk gelangen, ist unklar“, erklärt der https://kampillen.de/kamagra-oral-jelly-rezeptfrei/ Pharmakologe Kay Brune. Tabletten mit 25 Milligramm sind frei verkäuflich, höhere Dosierungen benötigen ein Rezept. „Die 25 Milligramm Diclofenac entsprechen 400 Milligramm Ibuprofen“, sagt Kay Brune.“ Die Bioverfügbarkeit von Tabletten schwankt mit 30 bis 80 Prozent stark. „Tabletten mit säurefestem Überzug können viele Stunden im Magen bleiben“, sagt der Schmerzmittelexperte.  Andererseits wirkt Diclofenac sehr lang, bis zu 20 Stunden. „Das liegt daran, dass sich der Wirkstoff im Gewebe anreichert und die schmerzerzeugenden Prostaglandine anhaltend hemmt.“

Flüssig wirkt am schnellsten

Im Detail ist es natürlich viel komplizierter, wie ein Medikament in den Schmerzkreislauf eingreift, und welche Faktoren die Wirkung beeinflussen. Das Fazit für die Anwender lautet:

  • Wer eine schnellstmögliche Schmerzlinderung braucht, ist mit Flüssig-Formen am besten bedient. Brausetabletten, Granulat oder Weichkapseln wirken schon nach 20 Minuten.
  • Wer seinen Magen schonen will, sollte zumindest ASS nie nüchtern einnehmen. Anders ist es mit Ibuprofen, dessen Verwertung ein voller Magen verhindert.
  • Paracetamol  wird am schnellsten ausgeschieden, die häufige Einnahme oder eine zu hohe Dosis verursachen aber Leberprobleme.

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