Dermatologe warnt vor Hautkrebs-Leichtsinn: Sonnenschutz ist täglich nötig

Der hessische Ministerpräsident und stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Volker Bouffier ist an Hautkrebs erkrankt. Diese Krebsart zählt zu den häufigsten in Deutschland – und die Zahlen steigen. Welche Hautveränderungen Sie beachten sollten und wie Sie vorbeugen können.

Volker Bouffier hatte sich aufgrund eines „unklaren Nasenbefunds“ einem Eingriff unterzogen. Bei der Gewebeuntersuchung stellten die Ärzte einen begrenzten Hautkrebs fest. Dieser soll nun durch eine bereits begonnene Therapie entfernt werden. Genauere Informationen über die Art des Hautkrebses sind bisher aber nicht bekannt.

Zahl der Hautkrebserkrankungen steigt stetig

Hautkrebs zählt mit mehr als 1,5 Millionen Betroffenen zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland. Die Zahl der Erkrankungen steigt Informationen der deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zufolge stetig an. Pro Jahr erkranken laut dem Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD) vom Robert Koch-Institut 234.400 Menschen daran. Die gute Nachricht: Früh erkannt, ist die Erkrankung laut DKG gut heilbar.

Bei deutlich mehr Menschen diagnostizieren Ärzte hellen oder weißen Hautkrebs. In circa 80 Prozent der Fälle handelt es sich laut Klaus Kraywinkel vom ZfKD dabei um ein Basalzellkarzinom, auch Basaliom genannt, das in der Regel keine Metastasen bildet. Weitere etwa 20 Prozent der Patienten leiden unter einem Plattenepithelkarzinom, auch Stachelzellkarzinom oder Spinaliom, das ab einer gewissen Größe Metastasen bilden kann. Das ist jedoch eher selten der Fall. Andere Arten des hellen Hautkrebses sind sehr selten.

Weißer Hautkrebs ist mit 750 Sterbefällen auf etwa 213.000 Erkrankungen zudem selten lebensbedrohlich. Gefährlicher ist der schwarze Hautkrebs, der auch als malignes Melanom bezeichnet wird. Hieran erkranken jährlich etwa 21.400 Menschen (3000 Todesfälle) und damit deutlich weniger als an hellem Hautkrebs. Getty Images/iStockphoto

Weißer Hautkrebs – so kann er aussehen

Weißer Hautkrebs tritt vorwiegend an Körperstellen auf, die der Sonne besonders ausgesetzt sind, wie der Berliner Hautarzt Christian Kors erklärt. Zu diesen so genannten Sonnenterrassen gehören zum Beispiel die Nase, die Ohren, der Nacken, die Stirn, die Hände, das Dekolleté und vor allem bei Männern mit Glatze auch die Kopfhaut.

Anders als der Name annehmen lässt, bildet weißer Hautkrebs keine hellen Flecken. Ein Basalzellkarzinom ist meist hautfarben bis rötlich und knotig oder geschwulstartig. Typisch sind auch schuppende Hautstellen mit einem Saum aus kleinen Knötchen. Die Tumore können laut DKG darüber hinaus durch Nässen oder Blutungen auffallen.

Getty Images/iStockphoto Das Bild zeigt ein Basalzellkarzinom.  

Plattenepithelkarzinome variieren dagegen stark in ihrem Aussehen: Sie können warzenartig erscheinen oder auch nässenden Geschwüren ähneln. Oft fallen die Hauttumore als ausgefranste, schuppende oder mit Krusten bedeckte Flecken auf.

Wie sich schwarzer Hautkrebs äußert

Der schwarze Hautkrebs entwickelt sich laut DKG bei Frauen häufig an den Unterschenkeln, bei Männern eher am Rücken. Das Aussehen der Tumore ist nicht einheitlich. Häufig zeigen sich flache, knotige oder erhabene dunkle, braune oder schwarze Flecken. 

Risikofaktoren sind vor allem UVA- und UVB-Strahlen

"Heller Hautkrebs ist vor allem UV-bedingt", erklärt Dermatologe Christian Kors. Der Risikofaktor Nummer 1 ist eine starke Sonnenexposition. Schädliche UVA- und UVB-Strahlen lösen die Erkrankung aus, indem sie Mutationen in Hautzellen verursachen. Vor allem Kinder sollten daher gut vor der Sonne geschützt werden, denn Sonnenbrände in jungen Jahren erhöhen das Hautkrebsrisiko im Erwachsenenalter. Auch Besuche im Solarium steigern das Erkrankungsrisiko.

"Im Fall von schwarzem Hautkrebs spielt die UV-Strahlung ebenfalls eine Rolle", erklärt der Hautarzt. Die Strahlung sei zwar ein wesentlicher, aber trotzdem nur einer von mehreren Faktoren, wovon nicht alle bekannt sind.

Bräunungskult in den 70er- und 80er-Jahren

Medizinisch sei die Bedeutung von hellem Hautkrebs erst seit den 1990er-Jahren bekannt, sagt Dermatologe Kors. Auch gab es früher nur einen Sonnenschutz mit geringem Lichtschutzfaktor.

In den 1970er- und 1980er-Jahren gab es einen regelrechten Bräunungskult. Stundenlang verbrachten Menschen in der prallen Sonne, auch weil Hautkrebs zu dieser Zeit kein Thema war. Wenn überhaupt ein Lichtschutz verwendet wurde, dann im einstelligen Bereich.  Mit fatalen Auswirkungen, die erst Jahre später bemerkt werden. Denn Hautkrebs entwickelt sich schleichend.

Heute ist die Aufmerksamkeit für die gefährliche Sonnenstrahlung größer. Allerdings müssten sich die Menschen laut Hautarzt Kors auch heute noch konsequenter schützen.

Wie Sie sich am besten schützen

Dabei hilft es vor allem, starke Sonneneinstrahlung zu meiden und schützende, lange Kleidung sowie eine Kopfbedeckung zu tragen. Auch sollten Sie einen hohen Sonnenschutz mit UV-A- und UV-B-Filter nutzen und die Creme ausgiebig auf der Haut auftragen. Viele Menschen cremen sich zu sparsam ein, wodurch ein effektiver Schutz nicht gegeben ist.

Dermatologe Christian Kors rät sogar, Hautschutz täglich aufzutragen. "Jeden Tag sollte ein Lichtschutzfaktor von 20 oder höher genutzt werden – egal zu welcher Jahreszeit." Wer Freizeitaktivitäten draußen plant, sollte den LSF zusätzlich nach oben anpassen. Der Dermatologe empfiehlt hier einen Schutz von LSF 50 plus.

Zudem ist eine regelmäßige Hautkrebsvorsorge entscheidend. Gesetzliche Krankenkassen zahlen ein solches Screening ab 35 Jahren in einem zweijährigen Abstand. Kors rät allerdings, jedes Jahr einmal zur Hautkrebsvorsorge zu gehen und seine Haut zusätzlich einmal im Monat selbst auf auffällige Veränderungen in Form, Farbe oder Größe bestehender oder neuer Flecken zu untersuchen.

In welchem Alter tritt Hautkrebs auf

Hautkrebs braucht oft Jahrzehnte, bis er sich entwickelt. Das Basalzellkarzinom tritt laut DKG im Durchschnitt im Alter von 60 Jahren auf, am Plattenepithelkarzinom erkranken Patienten im Schnitt mit 70 Jahren.

Das Risiko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken, steigt ebenfalls mit dem Alter an. Frauen erkranken laut Klaus Kraywinkel im Schnitt mit 60 Jahren, Männer mit 67 Jahren. Allerdings gebe es auch deutlich jüngere Patienten.

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