Entzündung, Erkältung, Pilzinfektion: Das verrät deine Zunge über deine Gesundheit

Weißer Belag oder rote Flecken? Jetzt dürfen Sie Ihre Zunge herausstrecken – ganz ohne schlechtes Gewissen. Denn das sensible Sinnesorgan übermittelt nicht nur, ob etwas süß oder salzig schmeckt. Sondern es gibt auch Hinweise auf bestimmte Krankheiten.

Jeder kennt das von Arztbesuchen: Bitte Mund weit aufmachen! Mit einem Blick auf die Zunge startet der Mediziner häufig seine Diagnose. Rosa, sauber und bedeckt von Papillen, die Geschmacksknospen enthalten – so sieht die gesunde Zunge aus. Farbe, Form, Flecken oder Belag geben Aufschluss über bestimmte Krankheiten.

Als kleine Erhebungen befinden sich die Papillen auf der Zunge. Es gibt einerseits diejenigen, die für die Tastempfindungen zuständig sind und andererseits diejenigen für den Geschmack. In ihrem Inneren liegen die so genannten Geschmacksknospen.

Einige Hinweise können Sie auch selbst mit einem Blick in den Spiegel entschlüsseln. Wichtig sind zwei Aspekte:

Belag und Flecken auf der Zunge:

  • Weißer Belag: Diese Veränderung weist häufig auf eine Erkältung hin. Auch eine Magen-Darm-Erkrankung wie eine Gastritis (Magen-Schleimhaut-Entzündung) ist eine mögliche Ursache für die Verfärbung.
  • Belegte Zunge ohne Erkältung: Weiße Flecken lassen sich oft wegwischen und kommen wieder. In diesem Fall ist eine Pilzerkrankung (Mundsoor) wahrscheinlich.
  • Gelber Belag oder braungelbliche Farbe: Das weist auf eine Leber- und Gallenerkrankung hin.
  • Brauner Belag: könnte ein Zeichen für Nierenschwäche sein.
  • Graue Zunge: Hinweis auf starken Eisenmangel
  • Schwarze Haarzunge (Lingua pilosa nigra): Die Papillen der Zunge sind verlängert und teilweise verhornt. Mögliche Ursachen sind Störungen des Verdauungstrakts oder eine Antibiotikatherapie. In der Regel ist die schwarze Haarzunge harmlos.
  • Himbeerzunge, manchmal auch Erdbeerzunge genannt: Das Geschmacksorgan ist stark gerötet und die Geschmacksknospen treten etwas hervor. Das ist ein klassisches Erkennungszeichen für Scharlach, das etwa am dritten Krankheitstag auftritt. Gehen Sie unbedingt zum Arzt, denn die Krankheit ist hochansteckend. Auch Masern können die Ursache einer Himbeerzunge sein.
    Bei Säuglingen und Kleinkindern kann diese glänzende Rötung auf das Kawasaki-Syndrom hindeuten. Auch diese fieberhafte Erkrankung sollte ein Arzt behandeln.
  • Gerötete Streifen und Flecken plus gerötete und vergrößerte Geschmacksknospen: Diese Symptome können Hinweise auf eine Glossitis, eine Zungenentzündung sein. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich und reichen von Diabetes über Eisenmangelanämie und Pilzinfektion (Mundsoor) bis zu Vitaminmangel (z.B. Vitamin A, Vitamin B12 und Vitamin C) und Zahnstein.
  • Tiefrote, glänzende und glatte Zunge: Hierbei handelt es sich um die „Lackzunge“. Sie weist auf schwere Lebererkrankungen wie eine Leberzirrhose hin. In diesem Fall sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen.
  • Weißliche und rötliche Knötchen und Linien auf der Zunge: Die Knötchen (Papeln) verändern sich zu tiefroten Vertiefungen mit graugelblichem Randsaum. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Landkartenzunge (Lingua geographica), deren flächige Veränderungen sich immer wieder wandeln. Die Veränderungen auf der Schleimhaut der Zunge gelten als harmlos und brauchen in der Regel keine Behandlung. Wer Beschwerden hat, dem hilft oft, säurehaltige Lebensmittel zu vermeiden.
  • Kleine weiß-gelbliche, schmerzende Stellen mit rötlichem Rand: Es könnte sich um Aphten handeln, also ungefährliche Schleimhautverletzungen. In der Regel heilen sie selbst. Sollte das nicht der Fall sein oder die Wucherungen größer werden, sollte ein Arzt abklären, ob es ein Tumor ist.

Auch die Zungenform kann auf gesundheitliche Probleme hinweisen. So ist die Ursache einer dünnen und schmalen Zunge möglicherweise eine Blutschwäche. Eine vergrößerte Zunge kann beispielsweise auf Allergien oder Stoffwechselstörungen wie Schilddrüsenüberfunktion hindeuten.

Weitere Symptome zur Form der Zunge:

  • Falten und Furchen: Diese Variationen der Schleimhaut sind meist angeboren und typisch für die Faltenzunge – gesundheitlich normalerweise unproblematisch. Manchmal kann die Faltenzunge zu Zungenbrennen führen.
    In seltenen Fällen weisen die tiefen Falten auf das Melkersson-Rosenthal-Syndrom (entzündliche Erkrankung) hin.              
  • Furchen und Risse: Je nachdem wie sie ausgeprägt sind, lassen diese Zungencharakteristika unterschiedliche Darmprobleme vermuten, etwa im Zwölffingerdarm.
  • Risse: Ein Arzt sollte abklären, ob Sie an einem Mangel von Spurenelementen oder Vitaminen leiden.
  • Längsfurchen: sind auch typisch für Syphilis.
  • Entzündungen oder Klumpen auf der Zunge können, ebenso wie unerklärliche Blutungen, ein Zeichen von Mundkrebs sein.
  • Geschwollene Zunge: Die Ursache einer Zungenschwellung könnte eine Infektion oder eine Allergie sein. In einigen Fällen kann auch das Quincke-Ödem, eine plötzlich auftretende Schwellung, eine geschwollene Zunge auslösen.
  • Eine glatte oder fleischige Zunge könnte auf einen Vitamin B12-, Eisen-, Folsäuremangel und eine Anämie hindeuten.
  • Geschwüre könnten auf Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa hinweisen.

Der beste Zeitpunkt, um die Zunge zu analysieren ist der Initiative ProDente zufolge nach dem Aufstehen. Wer in der Zungendiagnostik bei Tageslicht Veränderungen entdeckt, sollte sie mit seinem Arzt oder Zahnarzt besprechen.

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