Großes Blutbild: Was es verrät und welche Blutwerte man checken sollte

Kaum jemand wird wohl widersprechen, wenn einen der Hausarzt oder die Hausärztin anrät, ein Blutbild erstellen zu lassen.

Denn auch wenn der kleine Pieks nicht jedem behagt, ist das Blut einfach eine zu wertvolle Informationsquelle, um die Chance einer aufklärenden Analyse verstreichen zu lassen.

Nur schade, dass man als Laie mit den Ergebnissen am Ende selbst kaum etwas anzufangen weiß und die Hausärzte meistens auch so sehr unter Zeitdruck stehen, dass sie nicht alles im Detail erklären können.

Auch wenn die Labore die Referenzwerte zur Orientierung zwar mitangeben – das Problem beginnt meistens schon bei den Begriffen der untersuchten Werte.

Höchste Zeit also, um etwas allgemeinverständliche Aufklärungsarbeit zu leisten!

Unterschied zwischen großem und kleinem Blutbild

Bei einem kleinen Blutbild wird die Zusammensetzung des Blutes untersucht. Vor allem bei dem Verdacht einer Infektion, kann das aufschlussreich sein, wie Techniker Krankenkasse wissen lässt.

So kann ein kleines Blutbild auf Störungen der Blutbildung, eine Blutarmut (Anämie) und deren Ursachen sowie auf bestimmte Mangelerkrankungen hinweisen.

Ein großes Blutbild dagegen ist ein kleines Blutbild, bei dem die verschiedenen Typen der weißen Blutkörperchen noch genauer unter die Lupe genommen werden.

Es wird darum auch Differenzialblutbild genannt.

Ein großes Blutbild ist zum Beispiel sinnvoll, wenn man bereits weiß, dass eine Infektion vorliegt und nun herausfinden möchte, was genau das für eine sein könnte.

Die Blutwerte im Überblick

Erythrozyten

Die Menge der Erythrozyten gibt die Anzahl der roten Blutkörperchen an.

Diese roten Blutzellen haben die lebensnotwendige Funktion, Sauerstoff in jeden Winkel des Körpers zu tragen.

Fällt ihre Anzahl unterdurchschnittlich aus und sind außerdem die Werte von Hämoglobin und Hämokrit niedrig, kann man von einer Blutarmut (Anämie) ausgehen.

Eine solche kann zum Beispiel bei starkem Blutverlust nach einem Unfall auftreten.

Aber auch Frauen mit geringer Eisenzufuhr und starker Menstruationsblutung können an einer leichten Anämie leiden.

MCV

MCV ist die Abkürzung für „mean cellular volume“ und gibt das mittlere Zellvolumen eines roten Blutkörperchens an.

Mangelernährung oder auch Infekte können die Ursache für niedrige Werte sein.

Erhöhte Werte dagegen schließen eine Alkoholsucht oder Lebererkrankung nicht aus.

Hämatokrit

Hier wird der prozentuale Anteil der Blutzellen am Blut untersucht.

Fällt dieser zum Beispiel zu hoch aus, wird das Blut zähflüssiger und fließt insgesamt langsamer.

Dadurch kann das Risiko für Thrombosen und Schlaganfälle steigen.

Ist er wiederum zu niedrig, spricht das in Kombination mit einem ebenfalls erniedrigten Erythrozytenwert wieder für eine gewisse Blutarmut.

Hämoglobin

Hämoglobin ist das Protein, das den roten Blutkörperchen ihre Farbe verleiht und für einen reibungslosen Sauerstoffaustausch verantwortlich ist.

MCH

MCH steht für „mean corpuscular haemoglobin“ und gibt die Konzentration von Hämoglobin in einem einzelnen roten Blutkörperchen an.

Zu niedrige Werte können zum Beispiel für einen Eisenmangel sprechen, denn dieses wird zur Bildung von Hämoglobin gebraucht.

MCHC

Der MCHC-Wert gibt Auskunft über die durchschnittliche Konzentration von Hämoglobin über alle roten Blutkörperchen hinweg. Die Abkürzung steht für „mean corpuscular haemoglobin concentration“.

Thrombozyten

Darunter werden die Blutplättchen verstanden, die zum Beispiel bei der Blutstillung eine wichtige Rolle spielen.

Sowohl zu wenig (Wunden hören kaum auf zu bluten) als auch zu viele (Gefahr von Blutgerinnseln) können gefährlich werden.

Leukozyten

Das sind die weißen Blutkörperchen, die dem Körper als Antikörper zur Bekämpfung von Krankheiten dienen.

Bei einem großen Blutbild werden diese noch in neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten, Monozyten und Lymphozyten unterschieden und deren prozentualer Anteil im Blut ermittelt.

Eine Blutwertanalyse kann noch viel mehr

Unabhängig vom kleinen oder großen Blutbild lassen sich über das Blut noch viele weitere interessante Kennzeichen über den Gesundheitszustand erfassen.

Dazu gehören zum Beispiel Parameter des Fettstoffwechsels, des Blutzuckers oder auch der Nieren- und Schilddrüsenfunktion.

Ab 35 Jahren bieten die meisten Krankenkassen daher standardmäßig alle zwei Jahre einen Routine-Check an, bei dem auch solche Werte mitbestimmt werden können.

Es ist ein Angebot, von dem es sich lohnt, Gebrauch zu machen, um Krankheiten und Mangelerscheinungen so früh wie möglich zu erkennen und entsprechend behandeln zu können.

Hinweis für Vegetarier und Veganer

Auch wenn ein Blutbild unter anderem auch Mangelerscheinungen aufzeigen kann, erfasst standardmäßig weder ein kleines noch ein großes Blutbild die dafür ausreichende Analyse von Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen etc.

Diese lässt die Ärztin oder der Arzt normalerweise nur dann miterheben, wenn ein begründeter Verdacht auf eine Mangelerscheinung besteht.

Vor allem als Vegetarier/in oder Veganer/in sollte man das im Hinterkopf behalten und seinem Hausarzt einen kurzen Hinweis zum eigenen Ernährungsstil geben.

Gerade Eisen und B12 aber auch Zink, Kalzium und Jod können durch eine fleisch- und fischfreie Ernährungsweise teilweise in Mitleidenschaft gezogen sein.

Zudem sollten auch die Werte um Selen und Vitamin D im Auge behalten werden, wobei die Kosten für deren Bestimmung leider in der Regel selbst getragen werden müssen.

Quellen

  • Techniker Krankenkasse: „Was ist das Blut­bild?“, abgerufen am 27.07.2020: https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/bluterkrankungen/was-ist-das-blutbild-2022018
  • Netdoktor: „Großes Blutbild“, abgerufen am 27.07.2020: https://www.netdoktor.de/laborwerte/grosses-blutbild/

Larissa Hellmund

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