CBD als Novel Food: EU-Behörde vermisst Daten

Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die Prüfung von Cannabidiol (CBD) als neuartiges Lebensmittel vorerst gestoppt. Als Grund nennt sie Datenlücken und Unsicherheiten bezüglicher etwaiger gesundheitlicher Gefahren. Ungewöhnlich ist ein solches Vorgehen nicht – es bedeutet auch nicht, dass CBD keine Chance auf einen Novel Food-Status hat.

Auch wenn ihre rechtliche Einordnung und damit auch ihre Verkehrsfähigkeit umstritten ist: CBD-Produkte erfreuen sich großer Beliebtheit. Eine Reihe von Vertreibern will seine Produkte als sogenanntes Novel Food einstufen lassen. Dies ist nach Auffassung der EU-Kommission möglich, sofern das Produkt die Bedingungen der EU-Rechtsvorschriften über neuartige Lebensmittel erfüllt. Nachdem zahlreiche Anträge für CBD eingereicht worden waren, ersuchte die Kommission die EFSA um eine Stellungnahme zu der Frage, ob der Verzehr von CBD für den Menschen unbedenklich ist.

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Der Vorsitzende des Sachverständigengremiums der EFSA für Ernährung, neuartige Lebensmittel und Lebensmittelallergene (NDA-Gremium), Dominique Turck, erklärte daraufhin am heutigen Dienstag: „Wir haben eine Reihe von Gefahren im Zusammenhang mit der Aufnahme von CBD ermittelt und festgestellt, dass die zahlreichen Datenlücken zu diesen gesundheitlichen Auswirkungen geschlossen werden müssen, bevor diese Bewertungen weitergeführt werden können“. Es sei zum Beispiel noch nicht ausreichend klar, welche Wirkung CBD auf die Leber, den Magen-Darm-Trakt, das Hormonsystem, das Nervensystem und das psychische Wohlbefinden von Menschen habe, heißt es. Bei Tierversuchen hätten sich zudem „signifikante schädliche Wirkungen“ auf die Fortpflanzung gezeigt. Nun müsse geprüft werden, ob das auch beim Menschen so sei. Turck betonte aber auch, dass man nicht zu dem Schluss gekommen sei, dass CBD als Lebensmittel nicht sicher ist.

Ana Afonso, Leiterin des Referats Ernährung und Lebensmittelinnovation der EFSA, machte zudem deutlich: „Wenn Informationen fehlen, ist es nicht ungewöhnlich, dass Bewertungen neuartiger Lebensmittel ausgesetzt werden. Es liegt in der Verantwortung der Antragsteller, Datenlücken zu schließen. Wir arbeiten mit ihnen zusammen, um zu erläutern, wie die zusätzlichen Informationen bereitgestellt werden können, damit die Unsicherheiten ausgeräumt werden.“

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