Corona dämpft die Lebenszufriedenheit

Überraschen dürfte das Ergebnis der Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach nicht: Die Coronakrise trägt nicht gerade zu unserer Lebenszufriedenheit bei. Vor allem die Westdeutschen und Frauen leiden dem am Mittwoch in Bonn vorgestellten Glücksatlas zufolge.

Bereits zum zehnten Mal erhob das Institut für Demoskopie in Allensbach im Auftrag der Deutschen Post die Lebenszufriedenheit der Deutschen. Dafür befragte es knapp 4.700 Bundesbürger ab einem Alter von 16 Jahren von März bis Juni 2020, just also zu Beginn der Coronakrise und während sowie kurz nach dem ersten Lockdown. Was kam dabei heraus? 

Den Ergebnissen der Umfrage zufolge, die am Mittwoch im sogenannten „Glücksatlas“ veröffentlicht wurden, drückt die Coronakrise die Lebenszufriedenheit der Menschen. Auf einer Skala von 0 bis 10 bewerteten die Befragten ihre allgemeine Zufriedenheit in diesem Jahr im Schnitt mit 6,74 Punkten. Der bisherige Höchststand von 7,14 Punkten wurde 2019 erreicht.

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Vor allem Frauen sind weniger zufrieden als noch im Vorjahr: Sie büßten laut der Studie 0,47 Punkte ein, Männer zeigen sich hinsichtlich der Zufriedenheit bescheidener. Sie bewerteten ihre aktuelle Zufriedenheit „nur“ 0,33 Punkte schlechter als noch 2019. Unterschiede gibt es auch regional: Die Zufriedenheit der Menschen in Westdeutschland sank mit 0,42 Punkte stärker als mit 0,30 Punkten in Ostdeutschland.

Corona: Menschen trinken mehr Alkohol und rauchen mehr

Der Lockdown scheint sich auch auf das Suchtverhalten der Bürger auszuwirken. Bereits im Juli veröffentlichten Wissenschaftler der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Nürnberg und die Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) Mannheim Ergebnisse ihrer anonymen Online-Befragung zur Veränderung (unter anderem) der Alkohol- und Tabakkonsumgewohnheiten in der Allgemeinbevölkerung während des Lockdowns. Aus 2.150 Datensätzen konnten sie ableiten, dass sich bei 41 Prozent der Alkoholkonsum während der Ausgangsbeschränkungen nicht verändert hat, 37,4 Prozent berichteten einen höheren Alkoholkonsum, 21,2 Prozent einen verringerten und 0,4 Prozent gaben an, erst dann mit dem Alkohol-Trinken begonnen zu haben. Die Wissenschaftler machten zudem aus, dass Menschen mit geringer Schulbildung sowie Personen mit erhöhtem Stresserleben gefährdeter sind, mehr Alkohol zu trinken.

Von den Befragten gaben 603 an, dass sie Raucher waren. Bei 33,7 Prozent von ihnen änderte sich das Rauchverhalten nicht, doch 42,7 Prozent rauchten der Umfrage zufolge seit den Ausgangsbeschränkungen mehr, 9 Prozent weniger, 3,6 Prozent begannen erst mit den Ausgangsbeschränkungen und 11 Prozent hörten sogar auf. Wie beim Alkoholkonsum sind geringe Schulbildung und ein erhöhtes Stresserleben Risikofaktoren für einen erhöhten Tabakkonsum. Positiv scheint sich hingegen auszuwirken, wenn Menschen ihre gewohnte Tagesstruktur weitgehend beibehalten konnten, wie durch den Beruf.

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