Coronavirus: Infektionsrisiko durch Maskentragen im Büro minimieren? – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

Corona: Masken tragen im Büro?

In den vergangenen Monaten haben verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, wie wirkungsvoll das Tragen von sogenannten Mund-Nasen-Bedeckungen zum Schutz vor Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 ist. Forschende haben sich nun mit der Frage beschäftigt, ob das Tragen der Masken auch im Büro anzuraten ist.

Erst vor wenigen Wochen hat sich die Politik darauf geeinigt, dass die sogenannte Maskenpflicht bestehen bleibt, da das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung eines der wenigen wirksamen Instrumente gegen die Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 ist. Möglicherweise wäre es sinnvoll, das Tragen der Masken nicht nur beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern auch in Büros zu empfehlen.

Infektionsrisiko in geschlossenen Räumen

Wie lässt sich in geschlossenen Räumen das Risiko minimieren, sich mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren und an COVID-19 zu erkranken? Dieser Frage sind Forschende der Technischen Hochschule Mittelhessen nachgegangen. Unter der Leitung der Professoren Dr. Henning Schneider und Dr. Keywan Sohrabi vom Gießener Fachbereich Gesundheit hat eine Forschungsgruppe untersucht, welche Atemmasken die Verbreitung des Coronavirus zum Beispiel im Büro am ehesten verhindern.

Hauptübertragungsweg des Virus

Wie in einer Mitteilung erklärt wird, ist Hauptübertragungsweg des Virus das Einatmen virushaltiger Flüssigpartikel, die beim Atmen, Sprechen, Husten oder Niesen ausgestoßen werden. Atmen andere Menschen sie ein, können sie sich anstecken.

Unter ungünstigen Umständen verteilen sich besonders kleinere Partikel mit einer Größe von weniger als fünf Mikrometern (Aerosole) im ganzen Raum und bleiben länger als eine halbe Stunde in der Luft.

Das Forschungsteam hat die Ausbreitung von Aerosolen mithilfe der Methode der numerischen Strömungsmechanik untersucht. Diese Simulation haben die Wissenschaftler mit einem Laserbeuger überprüft, der die Verteilung von Partikeln in einem flüssigen oder gasförmigen Medium misst.

Den Angaben zufolge wurde ein einmaliges Niesen an einem Standard-Büroarbeitsplatz mit einem Monitor, der das Strömungsverhalten beeinflusst, simuliert.

Gesichtsvisier und Baumwollmaske

Die Simulation ohne Maske zeigt, dass sich die Aerosolwolke innerhalb einer Sekunde mehr als zweieinhalb Meter in Niesrichtung ausbreitet. Sie kann maximal bis zu acht Meter weit reichen.

Den Forschenden zufolge verhindert eine Baumwollmaske die Ausbreitung über eineinhalb Meter hinaus, reduziert die Ausbreitungsgeschwindigkeit und führt dazu, dass die Partikel schnell absinken. Diese Maske ist ein effektiver Schutz, wenn man die üblichen Abstandsregeln einhält.

FFP-Masken, die auch die tragende Person schützen und eine höhere Dichte besitzen, haben ebenfalls eine gute Wirkung. Durch den hohen Druck auf die Maske während des Niesens entweicht jedoch ein Teil der Aerosole nach oben.

Eine Alternative zu Masken sind Gesichtsvisiere (Face Shields). Diese lenken, so die Untersuchung, das Aerosol vor allem nach unten und seitlich nach hinten ab. Bei einem Abstand von über eineinhalb Metern bieten sie einen guten Schutz.

Die Kombination aus Gesichtsvisier und Baumwollmaske schneidet am besten ab. Allerdings, so schränken die beiden Projektleiter ein, sei das die für den Träger oder die Trägerin anstrengendste Variante und über einen längeren Zeitraum niemandem zuzumuten.

Guter Basisschutz

Die in der warmen Jahreszeit beliebte Nutzung eines Tischventilators erwies sich als ungünstigstes Szenario. Ohne den Schutz durch eine Maske und bei geschlossenem Fenster verbreitet sich die Aerosolwolke demnach in wenigen Sekunden im ganzen Raum.

„Unbedingt empfehlenswert“ lautet das Fazit der Studie von Sohrabi und Schneider zum Tragen von Masken in geschlossenen Räumen. „Bereits einfachste Mund-Nasen-Bedeckungen und Face Shields bieten einen guten Basisschutz, wenn sich mehrere Personen in einem Raum aufhalten.“

Ein Video, das die Simulation visualisiert, ist in einem Video auf Youtube zu sehen. (ad)

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