Coronavirus: Wie wirkt die Temperatur auf das Übertragungrisiko? – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

Studie: So wirkt die Temperatur auf die Coronavirus-Übertragung

Es ist bekannt, dass das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 von Mensch zu Mensch übertragbar ist, wobei die Übertragung vor allem durch Tröpfcheninfektion zu erfolgen scheint. Doch auch Übertragungen über Oberflächen sind nicht ausgeschlossen. Forschende haben nun untersucht, wie lange der Erreger auf Oberflächen bei verschiedenen Temperaturen infektiös bleibt.

Zwar halten manche Fachleute Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 über Oberflächen für unwahrscheinlich, doch auszuschließen ist diese Ansteckungsgefahr nicht. Daher ist es wichtig zu wissen, wie lange der Erreger auf Oberflächen infektiös bleibt. Und auch, ob und wie sich die Temperatur auf das Virus auswirkt.

Übertragungen über Oberflächen sind nicht ausgeschlossen

Die Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus geschieht vermutlich vor allem über Tröpfchen. Auch Aerosole in der Atemluft scheinen eine Rolle zu spielen. Zudem sind Übertragungen über Oberflächen nicht ausgeschlossen, vor allem in Krankenhäusern.

Laut einer Mitteilung der Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat ein schweizerisch-deutsches Forschungsteam untersucht, wie lange getrocknete SARS-CoV-2-Partikel auf Oberflächen bei verschiedenen Temperaturen infektiös bleiben.

„Überraschenderweise ist es dafür unerheblich, ob es sehr kalt oder sehr heiß ist“, erklärt Prof. Dr. Stephanie Pfänder von der Abteilung für Molekulare und Medizinische Virologie der RUB. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Journal of Infection“ veröffentlicht.

Infektionsgefahr sinkt in der ersten Stunde stark

Laut der Mitteilung reduzierte sich die Infektiosität der Viren im Verlauf der Eintrocknung auf Metallplättchen innerhalb der ersten Stunde um das 100-fache.

In den folgenden vier bis acht Stunden sank die Anzahl infektiöser Partikel zunächst kaum und anschließend langsam weiter ab, doch nahezu unabhängig von der Temperatur.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fanden noch 180 Stunden, also über eine Woche nach dem Aufbringen der Viren, ansteckende Partikel auf den Metallproben.

Bei vier Grad Celsius halbierte sich die Zahl der ansteckenden Viruspartikel nach etwa 13 Stunden, bei Raumtemperatur nach rund neun Stunden und bei 30 Grad Celsius nach etwa 18 Stunden.

Potenziell geringere Infektionsrate im Sommer

„Bisher hatte man angenommen, dass die Temperatur dazu beiträgt, dass Sars-Cov-2 sich im Sommer weniger gut überträgt“, so Stephanie Pfänder.

„Zumindest auf Oberflächen scheint die Stabilität der Viren durch die verschiedenen Temperaturen aber nicht beeinträchtigt zu sein.“

Eine potenziell geringere Ansteckungsrate im Sommer könne aber auf anderen Faktoren wie UV-Strahlung und Luftfeuchtigkeit beruhen. (ad)

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