Eskalation in Berlin: 365 Festnahmen – am Abend ziehen Protestler vor Schloss Bellevue auf

Die Corona-Pandemie hält Deutschland weiterhin fest im Griff: Erneut melden die Gesundheitsämter fast 20.000 Neuinfektionen. Die USA überschreiten derweil eine traurige Marke. Alles Wichtige zur Corona-Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

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  • Die aktuellen Zahlen nach Bundesländern

Topmeldungen zur Corona-Pandemie in Deutschland und der Welt

  • Bundesländer rebellieren gegen Ein-Freund-Regel (06.28 Uhr)
  • Fast 20.000 Neuinfektionen in Deutschland – erneut mehr als 300 Todesfälle (21.44 Uhr)
  • Drei Beamte bei Demo in Berlin schwer verletzt – Polizistin wurde gegen den Kopf getreten (21.23 Uhr)

Rekord bei Corona-Neuinfektionen in Japan – "höchste Alarmstufe" ausgerufen

07.12 Uhr: Japans Regierungschef Yoshihide Suga hat die "höchste Alarmstufe" ausgerufen, nachdem in seinem Land eine Rekordzahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden ist. Er rufe die Bevölkerung auf, die Corona-Richtlinien vollständig umzusetzen, sagte Suga am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Tokio. Unter anderem verwies er auf die Empfehlung zum Maskentragen.

Am Mittwoch hatten die Behörden in Japan einen Höchstwert von 2000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Allein knapp 500 der Fälle waren in der Hauptstadt Tokio aufgetreten. 

Dem Sender NHK zufolge beauftragte Suga Experten damit, den Ursachen des Anstiegs bei Beratungen am Donnerstag und Freitag auf den Grund zu gehen. Danach wolle sich die Regierung mit mölichen Verschärfungen der Corona-Maßnahmen befassen. 

Suga hat bereits angekündigt, strengere Maßnahmen in den Regionen unterstützten zu wollen. Auch regte er an, die Zahl der Menschen, die sich in Restaurants treffen dürfen, auf vier zu begrenzen. 

Japan gehört bisher zu den weniger schwer von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern. Seit Beginn der Pandemie wurden in dem Inselstaat knapp 121.000 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen, 1900 Infizierte starben. -/kyodo/dpa Yoshihide Suga, Premierminister von Japan

Politiker und Polizei fordern wegen Corona Verbot von Silvester-Feuerwerk

06.53 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie mehren sich die Forderungen, Silvester-Böller in diesem Jahr zu verbieten. Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sagte der "Bild"-Zeitung, das Silvesteuerfeuerwerk müsse dieses Jahr ausfallen. Zu Silvesterböllern gesellen sich rasch Alkohol, Personengruppen und Partystimmung, sagte Wendt. Dies sei angesichts der Ausbreitung des Coronavirus jedoch nicht angesagt.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul verwies in der Zeitung auf die "Party-Hochburgen", in denen es am Halloween-Wochenende ruhig gewesen sei. "Ich wünsche mir, dass das auch Silvester wieder so sein wird", sagte der CDU-Politiker. Die Entscheidung über ein Feuerwerksverbot zu Silvester liege aber bei den Kommunen. 

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Michael Kuffer bezeichnete es als gefährlich, wenn die Menschen in der derzeitigen aufgeheizten Stimmung mit Sprengstoff durch die Straßen laufen würden. Die "Silvester-Böllerei" und Feuerwerke müssten dieses Jahr deshalb verboten werden, sagte er "Bild". dpa/Christoph Schmidt/dpabild Feuerwerk wird in den nächtlichen Himmel über Stuttgart abgefeuert.

"Unsinnig": Bundesländer rebellieren gegen Ein-Freund-Regel

06.28 Uhr: In ihrem Corona-Appell vom Montag erklärten die Ministerpräsidenten der Länder und Kanzlerin Angela Merkel, auch Kinder sollten sich derzeit nur mit einem bestimmten Freund treffen sollen. Viele Kinderärzte warnen vor dieser Maßnahme, sie sei überflüssig und schädlich. Aus dem Appell könnte bei den nächsten Beratungen in der kommenden Woche (25.11) ein Verbot werden. Doch auch aus den Bundesländern kommt immer mehr Kritik an dem Plan.

Gegenüber der "Bild"-Zeitung erklärte der Vertreter eines SPD-regierten Landes, man werde der "unsinnigen Regel" nicht zustimmen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff sagte gegenüber der Zeitung, es handele sich dabei um "eine Formulierung, die der Lebenswirklichkeit nicht entspricht". Die Regel sei im realen Leben schlicht "nicht umsetzbar". dpa/Wolfgang Kumm/dpa Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt, spricht.

  • Lesen Sie auch:Ein-Freund-Regel, Masken-Zwang: „Merkel-Plan behindert kindliche Entwicklung“ 

Zahl der Corona-Toten in den USA überschreitet Schwelle von 250.000

Donnerstag, 19. November, 04.31 Uhr: Die Vereinigten Staaten haben die Schwelle von mehr als einer Viertel Million Corona-Toten überschritten. Wie aus einer Zählung der in Baltimore ansässigen Johns Hopkins University (JHU) am Mittwochabend (Ortszeit) hervorging, starben in den USA seit Pandemie-Beginn 250.029 Corona-Infizierte. Dies ist die mit Abstand höchste Zahl an Corona-Toten in einem einzigen Land. An zweiter Stelle folgt Brasilien mit knapp 167.000 Todesfällen.

Auch gemessen an den registrierten Infektionsfällen sind die USA das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Landesweit wurden laut der JHU bereits mehr als 11,4 Millionen Ansteckungen verzeichnet. 

Zuletzt beschleunigte sich die Ausbreitung des Coronavirus in den USA wieder stark. In den vergangenen zwei Wochen wurden in dem Land im Schnitt mehr als tausend Todesfälle pro Tag verzeichnet. Die Zahl der durchschnittlichen Neuansteckungen binnen 24 Stunden lag zuletzt bei rund 150.000.

Viele Großstädte, darunter auch das während der ersten Infektionswelle schwer betroffene New York, führten neue Beschränkungen ein. Ab Donnerstag müssen in New York auch die Schulen wieder schließen. Bürgermeister Bill de Blasio bezeichnete den umstrittenen Schritt am Mittwoch als "Vorsichtsmaßnahme". Kelsey Brunner/The Aspen Times/A

Corona-Zahlen steigen rasant: New York schließt schulen wieder

22.45 Uhr: Wegen der steigenden Corona-Zahlen werden die Schulen in New York wieder geschlossen. Die "Vorsichtsmaßnahme" gelte ab Donnerstag, teilte Bürgermeister Bill de Blasio am Mittwoch auf Twitter mit. Die öffentlichen Schulen waren erst Ende September wieder geöffnet worden. Die Stadtverwaltung und die Lehrergewerkschaften hatten sich jedoch darauf geeinigt, sie wieder zu schließen, wenn die Stadt eine Drei-Prozent-Rate bei positiven Tests überschreitet.

New York City ist mit 1,1 Millionen Schülern und 1800 öffentlichen Schulen der größte Schulbezirk der USA. Allerdings hatte nur rund ein Drittel der Schüler im Herbst wieder den Präsenzunterricht besucht. Viele Eltern ließen ihre Kinder aus Angst vor einer Ansteckung am Online-Unterricht teilnehmen, der weiterhin angeboten wurde.

Die Schließung der Schulen ist umstritten: Nach Angaben des Leiters des Schulbezirks, Richard Carranza, liegt die Positivitätsrate an den Schulen mit 0,19 Prozent niedriger als im stadtweiten Durchschnitt. Die Positivitätsrate in New York ist zudem deutlich niedriger als in vielen anderen Gebieten der USA.

Gesundheitsbeamter warnt: USA in Pandemie an "gefährlichem Punkt"

22.34 Uhr: Ein führendes Mitglied der Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses, Admiral Brett Giroir, sieht die USA in der Corona-Pandemie an einem "gefährlichen Punkt". "Im Moment verzeichnen wir den stärksten Anstieg der Fallzahlen, unsere Krankenhausaufnahmen nehmen Woche für Woche um 25 Prozent zu, unsere Todesfälle nehmen Woche für Woche um 25 Prozent zu – und das bewegt sich nicht in die richtige Richtung", sagte Giroir, der ein leitender Beamter im Gesundheitsministerium ist, am Mittwoch dem Sender MSNBC.

"Im Augenblick befinden wir uns in einer total gefährlichen Situation, der wir mit äußerster Ernsthaftigkeit begegnen müssen", sagte Giroir weiter. Es handele sich nicht um falschen Alarmismus, sondern um die schlimmste Steigerungsrate bei Corona-Fällen, die die USA in der Pandemie bislang gesehen habe. "Und derzeit gibt es kein Zeichen der Abflachung." dpa/Seth Wenig/AP/dpa Zwei Gesundheitsmitarbeiterinnen in einem New Yorker Krankenhaus. In den USA gibt es die weltweit meisten bestätigten Coronavirus-Infektionen.

Seit Anfang November liegt die Zahl der täglich nachgewiesenen Corona-Infektionen in den Vereinigten Staaten bei mehr als 100.000 – Tendenz steigend. Am Dienstag waren es rund 162.000. Die Zahl der Toten hat mittlerweile fast die Marke von 250.000 erreicht. In keinem anderen Land der Welt ist eine so hohe Zahl an Todesfällen bekannt. Relativ zur Einwohnerzahl sind in Belgien, Spanien und Argentinien jedoch mehr Menschen als in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern infolge einer Corona-Infektion

Fast 20.000 Neuinfektionen in Deutschland – erneut mehr als 300 Todesfälle

21.44 Uhr: In Deutschland haben sich nach Angaben der Gesundheitsämter der Bundesländer vom Mittwoch 19.818 weitere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Somit stieg die Zahl der positiven Tests auf insgesamt 844.364. 13.204 Menschen sind bislang an den Folgen einer Coronavirus-Erkrankung gestorben (+313). Bereits am Dienstag meldeten die Bundesländer mehr als 300 neue Todesfälle.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 123.923 (+3062), 2368 Todesfälle (+36)
  • Bayern: 164.557 (+3692), 3265 Todesfälle (+72)
  • Berlin: 52.063 (+1457), 401 Todesfälle (+8)
  • Brandenburg: 14.688 (+400), 269 Todesfälle (+8)
  • Bremen: 8753 (+296), 103 Todesfälle (+1)
  • Hamburg: 21.076 (+246), 281 Todesfälle (+19)
  • Hessen: 68.070 (+1567), 935 Todesfälle (+30)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 4789 (+173), 47 Todesfälle (+5)
  • Niedersachsen: 58.147 (+1320), 948 Todesfälle (+21)
  • Nordrhein-Westfalen: 211.374 (+4156), 2766 Todesfälle (+66)
  • Rheinland-Pfalz: 35.043 (+921), 391 Todesfälle (+10)
  • Saarland: 10.867 (+146), 244 Todesfälle (+5)
  • Sachsen: 38.342 (+1513), 575 Todesfälle (+20)
  • Sachsen-Anhalt: 8947 (+274), 113 Todesfälle (+5)
  • Schleswig-Holstein: 11.120 (+208), 229 Todesfälle (+2)
  • Thüringen: 11.605 (+387), 269 Todesfälle (+5)

Gesamt (Stand 18.11., 21.36 Uhr): 844.364 (+19.818), 13.204 Todesfälle (+313)

Vortag (Stand 17.11., 21.01 Uhr): 824.546, 12.891 Todesfälle

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 564.500 (Vortag: Rund 530.200)

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei: 266.660 (Vortag: 281.473)

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl (Stand: 18.11.): 0,88 (Vortag: 1,00)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 3561 (+44)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 2024 (+14)

Laut Robert Koch-Institut sind 564.500 positiv getestete Personen inzwischen wieder genesen. Somit liegt die Zahl der akut Infizierten (aktiven Fälle) bei 266.660.

Der R-Wert fiel am Mittwoch unter die kritische Marke von 1 – auf 0,88. Der Bundesweite Inzidenzwert fiel erneut leicht (von 141 auf 139). Im bundesweiten Durchschnitt haben sich in den vergangenen sieben Tagen somit 139 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus infiziert.

Drei Beamte bei Demo in Berlin schwer verletzt – Polizistin wurde gegen den Kopf getreten

21.23 Uhr: Wie der "Tagesspiegel" berichtet, sind von den insgesamt zehn verletzten Polizisten bei der Demo gegen die Corona-Beschränkungen drei schwer verletzt worden. Die betroffenen Beamten mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

In dem Bericht heißt es, dass einer Polizistin gegen den Kopf getreten wurde. Einem Beamten sei zudem bei Widerstandhandlungen der Arm ausgekugelt worden, eine weitere Beamtin habe einen Bruch der Handknochen erlitten.

  dpa Die Polizei drängt die Teilnehmer der Demonstration gegen die Corona-Einschränkungen zurück.

Die deutsche Impfskepsis: Jeder Zweite fürchtet unvorhersehbare Nebenwirkungen

20.27 Uhr: Eigentlich machen die jüngsten Meldungen zur Suche nach einem Corona-Impfstoff Hoffnung: Die Vakzine von Biontech und Pfizer sowie Moderna haben in Studien eine Wirksamkeit von 95 Prozent erreicht.

Doch offenbar sind Bedenken in der Bevölkerung wegen der schnellen Impfstoffentwicklung weit verbreitet. Eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag des "Tagesspiegels" hat ergeben, dass annähernd jeder Zweite fürchtet, dass ein Impfstoff aufgrund der "fehlenden Vorlaufzeit für Tests mit unvorhersehbaren Risiken und Nebenwirkungen einhergehen wird". 25 Prozent der Befragten antworteten auf eine entsprechende Frage "Ja, auf jeden Fall", weitere 24,4 Prozent sagten "eher ja". Nur 37,6 Prozent wiesen entsprechende Bedenken zurück. dpa/Moderna/PA Media/dpa Mitarbeiterin des US-Pharmakonzerns Moderna, die an der Herstellung eines Corona-Impfstoffs arbeitet.

Bei Frauen (56 Prozent) sind die Bedenken überproportional stark ausgeprägt, dafür teilen insbesondere Ältere diese Sorgen weniger. Nur 38 Prozent der über 65-Jährigen habe Angst vor unvorhersehbaren Risiken, berichtet der "Tagesspiegel" weiter.

Beim Impfstoff von Biontech und Pfizer seien nach deren Angaben nur Kopfschmerzen und Müdigkeit als signifikante Nebenwirkungen bei einigen Studienteilnehmen festgestellt worden, bei älteren Probanden seien diese sogar noch schwächer ausgeprägt gewesen.

Im Rahmen von Langzeitstudien wird nach Unternehmensangaben nun an 150 Orten weltweit die Langzeitwirkung des Impfstoffes weiter erforscht, unter anderem in den USA, Deutschland, der Türkei und Südafrika. So sollen auch langfristige Nebenwirkungen ausgeschlossen werden.

365 Festnahmen in Berlin – zehn Polizisten im Einsatz verletzt

20.08 Uhr: Die Polizei hat im Zusammenhang mit der Demonstration in Berlin gegen die Corona-Beschränkungen der Bundesregierung bislang 365 Menschen festgenommen (Stand 19.30 Uhr). Das teilte die Behörde auf Twitter mit. Bei zwei Verdächtigen werde geprüft, ob sie in Untersuchungshaft kommen, heißt es weiter. Zehn Einsatzkräfte wurden laut Polizei verletzt.

Zuvor berichtete die Polizei von mehreren Hundert Menschen, „die unerlaubt auf der Grünfläche gegenüber dem Schloss Bellevue und auf der Lutherbrücke zusammenkamen.“ Die Beamten erteilten Platzverweise und erstatteten Anzeige, unter anderem wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz.

Gastrobranche wendet sich in Brandbrief an Merkel: Novemberhilfen noch nicht angekommen

17.24 Uhr: Vertreter der Gastrobranchen haben sich in einem "Brandbrief" an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder gewandt. Die Chefs von 40 Betrieben kritisierten, dass bislang von den in Aussicht gestellten Hilfen während des Teil-Shutdowns im November noch nichts angekommen sei. Durch bürokratisches Klein-Klein werde die Auszahlung immer weiter verzögert, hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben.  

Zugleich befürchten die Gastronomen, dass die Beschränkungen auch über den November hinaus aufrechterhalten werden. "Auch für alle kommenden Zeiten eines Lockdowns muss die Gastronomie entschädigt werden", forderten sie. Zu den Unterzeichnern zählen unter anderem Vertreter der Café- und Restaurantketten L'Osteria, Hans im Glück, und Coffee Fellows. Auch der Koch Tim Mälzer und Privatbrauerei Gaffel Becker waren dabei. dpa/Bernd Thissen/dpa Eine Radfahrer macht am Phoenix See auf den Bänken eines geschlossenen Restaurants eine Regenpause unter dem Vordach des Gebäudes.

Die Bundesregierung hat Zuschüsse etwa für Gastronomiebetriebe sowie Solo-Selbstständige wie Künstler zugesagt, die seit Anfang November von den behördlich angeordneten Schließungen im Kampf gegen eine Ausbreitung des Coronavirus betroffen sind. Firmen sollen erste Gelder ab Ende des Monats ausgezahlt bekommen. Geschehen soll das nach Angaben der Bundesregierung in Form von Abschlagszahlungen.

Polizei nach Protest-Ende: "Passen auf, dass niemand Unfug macht"

17.11 Uhr: Die Versammlungen gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen mit mehreren Tausend Teilnehmern in Berlin sind nach Einschätzung der Polizei beendet. Viele der Teilnehmer seien allerdings noch in kleinen und mittelgroßen Gruppen in der Innenstadt unterwegs, twitterte die Behörde am frühen Mittwochabend. "Wir begleiten diese und passen auf, dass niemand Unfug macht."

Zuvor sprach Innensenator Andreas Geisel (SPD) von erneut aggressiver Stimmung bei den Protesten. Man habe am Mittwoch keine andere Wahl gehabt, als den Platz vor dem Brandenburger Tor mit Wasserwerfern zu räumen. Die Polizei habe die Wasserwerfer mit Augenmaß eingesetzt, sagte Geisel. Es habe keinen harten Wasserstrahl gegeben, sondern "ein Sprühen, um es ungemütlich zu machen". Die meisten Demonstranten waren im Corona-Hotspot Berlin-Mitte den Aufforderungen zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz und Abstandhalten nicht nachgekommen.

Berliner Polizei warnt vor Fake-Tweets: "Teilen Sie diese bitte keinesfalls"

15.55 Uhr: Die Berliner Polizei warnt vor gefälschten Tweets, die derzeit in den sozialen Netzwerken und Messengerdiensten kursieren. Die Tweets, angeblich von der Berliner Polizei selbst verfasst, stehen im Zusammenhang mit der Demonstration in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung. In den Fake-Tweets ist etwa zu lesen: "Wir (die Berliner Polizei, Anm. d. Red) haben nun einen Schussbefehl von der Bundesregierung erhalten." Die Polizei warnt: "Teilen Sie diese bitte keinesfalls weiter – auch nicht aus Spaß." Nur so ließen sich die Falschmeldungen stoppen.

In einem anderen Fake-Tweet ist zu lesen: "In Absprache mit dem Gesundheitsminister werden heute neben Wasserwerfern Typ 1 auch neue Wasserwerfer (Typ 2) eingesetzt, deren Einsatzmittel eine Mischung aus Tetrabenzoldihydrochlorid (auch als Chemtrails bekannt) und neuartigen RNA-Impfstoffen enthalten." Das entspricht nicht der Warheit. Die Polizei distanziert sich von diesen Tweets.

Die Demonstration gegen die Corona-Politik in Berlin-Mitte ist weitgehend beendet. Ein dpa-Reporter berichtete, die Versammlung löse sich nach und nach auf. Der Platz am Brandenburger Tor sei wieder frei. FOCUS Online/Matthias Hochstätter Wasserwerfer-Einsatz am Platz des 18. März in Berlin

Polizei hat Lage am Brandenburger Tor weitgehend im Griff

15.30 Uhr: Die Polizei hat die Lage am Brandenburger Tor weitgehend im Griff. Im Schneckentempo drängen die Wasserwerfer die Demonstranten zurück. An der Marschallbrücke demonstrieren Corona-Leugner, besorgte Eltern und Impfgegner hingegen weiter. Laut Polizeisprecherin Anja Dierschke wird es erst morgen einen abschließenden Bericht geben. Böller, Rauchbomben und tausendfache Verstöße gegen das Masken- und Abstandsgebot stehen ebenso auf der vorläufigen Bilanz dieses Demonstrationstags in Berlin wie das massenhafte Unterlaufen des Versammlungsverbots. Die Hoffnung der Polizeikräfte ist nun, dass es im Verlauf des Abends nicht zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt.

190 Festnahmen in Berlin – neun Polizisten im Einsatz verletzt

15.08 Uhr: Nach den Ausschreitungen bei den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin hat die Polizei insgesamt 190 Menschen festgenommen (Stand 14 Uhr). Das teilte die Behörde auf Twitter mit. Zwei Personen würden direkt einem Richter vorgeführt. Wie die Polizei weiter mitteilt, wurden neun Einsatzkräfte verletzt.

AfD-Abgeordneter liefert sich bei Corona-Demo Auseinandersetzung mit Polizei

14.45 Uhr: Der Bautzender AfD-Bundestagsabgeordnete Karsten Hilse ist am Rande der Proteste gegen die Corona-Einschränkungen in Berlin mit der Polizei aneinandergeraten. Hilse sagte in einem Video, das von Mitgliedern seiner Fraktion verbreitet wurde, er sei von den Polizisten angesprochen worden, weil er ohne Maske unterwegs war. Er habe zwar ein ärztliches Attest bei sich getragen, das ihn von der Maskenpflicht entbinde, sagte der 55-Jährige. Die Polizei habe jedoch moniert, dass darin keine konkrete Krankheit aufgeführt sei. Als er dann ein Video habe machen wollen, sei es zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen. dpa/Bernd von Jutrczenka/dpa Karsten Hilse (AfD)

Die Einsatzleitung der Polizei schrieb auf Twitter, der von den Beamten auf den fehlenden Mund-Nase-Schutz angesprochene Mann habe sich "unkooperativ" verhalten und als Abgeordneter ausgewiesen. Er "soll anschließend seinen Begleiter zum Filmen aufgefordert und dann Widerstand geleistet haben", schrieb die Polizei weiter. Hilse sagte, er finde es "absurd", wenn wegen einer Ordnungswidrigkeit so reagiert werde. Der Vorsitzende der AfD-Fraktion, Alexander Gauland, solidarisierte sich mit ihm. Er sagte: "Wenn Abgeordnete von der Polizei zu Boden geworfen werden, dann muss man fragen: wo sind wir eigentlich angekommen in diesem Land." Der Pressestelle der Berliner Polizei lagen zu dem Vorfall zunächst keine Angaben vor.

Mehrere Hundert Menschen hatten am Morgen schon vor Beginn der Bundestagssitzung zu weiteren Änderungen des Infektionsschutzgesetzes im Berliner Regierungsviertel gegen die Corona-Einschränkungen demonstriert. Es galten dabei Bestimmungen wie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und das Einhalten von Abstand. Mehrere angemeldete Demonstrationen direkt vor dem Reichstagsgebäude im sogenannten befriedeten Bezirk hatte das Bundesinnenministerium verboten. Die Polizei sperrte den Bereich daher weiträumig ab.

Pflegeheim auf Usedom: 17 Bewohner und 13 Mitarbeiter positiv auf Coronavirus getestet

14.43 Uhr: In einer Pflegeeinrichtung in Zempin auf der Insel Usedom sind 30 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Betroffen seien 17 Bewohner und 13 Mitarbeiter, teilte das Landratsamt des Kreises Vorpommern-Greifswald am Mittwoch mit. Auch in anderen Pflegeeinrichtungen über das Kreisgebiet verteilt gebe es Corona-Neuinfektionen. So sei in einer Reha-Einrichtung in Ahlbeck auf Usedom eine Person positiv getestet worden, in einem Pflegeheim in Torgelow seien es zwei Personen. Weitere positive Tests meldete dem Kreissprecher zufolge der AWO-Pflegedienst in Leopoldshagen.

Polizei: "So eine Hartnäckigkeit haben wir noch nie erlebt"

14.00 Uhr: Weiterhin drängt die Polizei die Demonstranten mit Wasserwerfern am Platz des 18. März vor dem Brandenburger Tor in Berlin zurück. Diese pfeifen und wollen nach wie vor nicht weichen. "So eine Hartnäckigkeit haben wir noch nie erlebt", sagt Polizeisprecherin Anja Dierschke zu FOCUS Online: "Die Leute wissen wahrscheinlich gar nicht, dass sie eine Straftat begehen, wenn sie gegen das Versammlungsverbot verstoßen." Vereinzelt kam es zu Festnahmen. FOCUS Online/Matthias Hochstätter Die Demonstranten harren am Reichstag aus, obwohl die Veranstaltung offiziell von der Polizei.

Hinter dem Reichstag auf der Marschallbrücke demonstrieren hingegen nach Polizeiangaben rund 2000 Menschen friedlich, aber dicht an dicht gedrängt weiter. FOCUS Online/Matthias Hochstätter Wasserwerfer-Einsatz am Platz des 18. März in Berlin

Polizei: Flaschen, Steine und Böller bei Corona-Demo auf Einsatzkräfte geworfen

13.44 Uhr: Bei den Protesten in Berlin ist es laut Polizei auch zu Angriffen auf Einsatzkräfte gekommen. "Unsere Kollegen wurden mit Flaschen, Steinen und Böllern beworfen sowie mit Pfefferspray angegriffen", twitterte die Behörde am Mittwoch. Die Beamten hätten körperlichen Zwang und Pfefferspray eingesetzt und einige Angreifer festgenommen. Zahlen wurden nicht genannt. Der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin, Benjamin Jendro, beklagte bei Twitter, mit solchen Taten würden Verletzungen fahrlässig in Kauf genommen.

FOCUS Online Zwei Polizisten setzen einen Demonstranten bei der Querdenker-Demo in Berlin fest.  

Ausschreitungen nach Auflösung von Corona-Demo – Polizei setzt Wasserwerfer ein

12.43 Uhr: Nach der Auflösung der Corona-Demo in Berlin kommt es zu Ausschreitungen. Die Polizei setzt Wasserwerfer und Pfefferspray ein. dpa-Reporter berichteten von aggressiver Stimmung. Rund 5000 Menschen stehen weiterhin dicht gedrängt zwischen Brandenburger Tor und Reichstag, pfeifen und skandieren die Nationalhymne. Die Polizei setzt nun Wasserwerfer ein. Christoph Soeder/dpa

Die Polizei greift nun massiv durch und räumt brachial den Platz vor dem Brandenburger Tor. Böller und Rauchbomben fliegen in Richtung Polizei​. Die Demonstranten ziehen sich ein paar Meter zurück und spannen Regenschirme auf. "Wir sind das Volk!" schreien sie. Paul Zinken/dpa

Die Polizei kämpft sich mit Einsatzkräften und Wasserwerfern Meter um Meter vor, um den Platz zu räumen. Die Demonstranten denken nicht daran, freiwillig zu gehen. FOCUS Online/Matthias Hochstätter Wasserwerfer sind am Brandenburger Tor im Einsatz.

Corona-Demo wird aufgelöst, Wasserwerfer fahren vor

12.19 Uhr: Die Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung vor dem Brandenburger Tor in Berlin wird aufgelöst. Wie die Polizei nach einer Reihe von Verstößen gegen die Maskenpflicht am Mittwoch mitteilte, erklärte der Versammlungsleiter die Versammlung auf der Straße des 17. Juni für beendet. Paul Zinken/dpa

Bei den Protesten in Berlin-Mitte hat die Polizei nahe dem Reichstagsgebäude derweil Wasserwerfer vorfahren lassen – die kurz darauf auch zum Einsatz kamen.

Polizei: Aufforderungen zum Tragen von Mund-Nase-Schutz wirkungslos

11.49 Uhr: Bei den Protesten gegen die Corona-Politik in Berlin kann die Polizei die Vorgaben zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz nach eigenen Worten nicht durchsetzen. "Unsere Aufforderungen zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung zeigen leider keine Wirkung", twitterte die Behörde am Mittwoch. Einsatzkräfte hätten nun die Anweisung, auch Freiheitsentziehungen durchzuführen. "Sollte das nicht helfen, bleibt nur noch die Auflösung der Versammlung", hieß es.

Polizeipräsidentin Barbara Slowik hatte angekündigt, die Corona-Regeln bei den Demonstrationen mit allen zulässigen Mitteln durchzusetzen. "Wir werden alles daran setzen, keine Versammlungen ohne Mund-Nasen-Schutz zuzulassen." Sollte es dennoch dazu kommen, werde die Polizei diese schnellstmöglich auflösen. Paul Zinken/dpa

Die Polizei schätzt die Teilnehmerzahl bei den Demonstrationen gegen die Corona-Politik der Bundesregierung in Berlin-Mitte auf mehrere Tausend. Allein im Bereich am Brandenburger Tor hätten sich 5000 bis 10.000 Menschen versammelt und es gebe weiteren Zustrom, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Weitere rund 1000 Demonstranten hielten sich an der Marschallbrücke auf.


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