Frei durchatmen: Reboot für die Nase mit neuer Polypen-Entfernung – Heilpraxis

Verbesserte Polypen-Entfernung dank neuer Methode

Viele Menschen kennen das Problem: Die Nase ist ständig verstopft und man bekommt schlecht Luft. Besonders vor dem Einschlafen stellen sich Atembeschwerden ein. Dahinter stecken oft Nasenpolypen (Polyposis nasi) die auch für Schnarchen und Riechstörungen verantwortlich sein können. Mit einer neuen Methode können die Polypen nun effektiver entfernt werden, wodurch die Gefahr für Rückfälle sinkt. Ein deutsches Forschungsteam berichtet von einem regelrechten Neustart für die Nase.

Forschende der Ruhr-Universität Bochum fanden den Grund dafür, warum Nasenpolypen nach einer Entfernung oftmals wiederkehren. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickelten eine Methode, mit denen die Schleimhautwucherungen längerfristig entfernt werden können. Die Forschungsergebnisse wurden kürzlich in dem Fachjournal „Allergy“ vorgestellt.

Beschwerden durch Nasenpolypen

Bei Nasenpolypen handelt es sich um gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut, die durch eine Entzündung der Schleimhaut verursacht werden können. Die Polypen können wenige Millimeter bis mehrere Zentimeter groß sein und in die Nasenhöhle hineinwachsen. Dort versperren sie den Luftstrom und sorgen so für typische Beschwerden wie erschwerte Nasenatmung, Schnarchen und Riechstörungen. Die Polypen können aber auch Grund für häufige Erkältungen, eine näselnde Stimme oder für ständige Kopfschmerzen sein.

Nasenpolyen kehren häufig zurück

Typischerweise werden als Behandlungsoption die Nasenpolyen durch eine Operation entfernt. Doch häufig bilden sich die Wucherungen im Anschluss erneut. Das Team um Dr. Stijn Bogaert aus der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde des St. Elisabeth-Hospitals in Bochum fand nun den Grund für das häufige Wiederkehren der Polypen. „Wir wussten schon, dass sich Nasenpolypen durch bestimmte Immunbotenstoffe – Zytokine – auszeichnen, die so ähnlich auch bei den Entzündungsprozessen bei Asthma und Neurodermitis vorkommen“, erklärt Bogaert.

Die Arbeitsgruppe fand heraus, dass diese Entzündung nicht nur im angrenzenden Gewebe der Polypen nachweisbar ist, sondern in der gesamten Nasenschleimhaut vorherrscht. Auch in allen unterschiedlichen Nasennebenhöhlen und in Geweben, die keine Polypen ausgebildet haben, sei die Entzündung genauso stark, wie im Umkreis der Polypen.

Reboot der Nasenschleimhaut

Auf Grundlage der neuen Erkenntnisse teste das Team eine neue Methode. Die Medizinerinnen und Mediziner entfernten nicht nur die Polypen, sondern die gesamte Schleimhaut in allen Nasennebenhöhlen. „Deswegen wird sie auch Reboot- oder Neustart-Technik genannt“, berichtet Bogaert. Ein Jahr nach der Operation wurden die Teilnehmenden der Studie nachuntersucht. Dabei stellten die Forschenden fest, dass die Entzündung in der neugeformten Nasennebenhöhlenschleimhaut deutlich geringer und die Rückfallrate niedriger war.

Neue Methode zur Polypen-Entfernung

„Da die Schleimhaut abseits der Polypen bei der konventionellen Operation nicht mit entfernt wird, könnte sie also ein Grund für das häufige Wiederauftreten der Polypen sein“, resümiert Bogaert, der für die Studie den Nachwuchsförderpreis der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie erhielt. (vb)

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