Grippesaison: 4 Dinge, die du zur Influenza-Impfung wissen musst

Nicht nur Corona- und RS-Viren grassieren derzeit – auch bei Grippe befürchten Experten in dieser Saison bundesweit eine starke Welle. Hier erfahren Sie, wer sich jetzt impfen sollte.

Nach zwei Wintern des Lockdowns wird unser Immunsystem in diesem Jahr mit gelockerten Maßnahmen konfrontiert. Denn Abstandsregelungen, Masken und Co. haben uns nicht nur vor Covid-19, sondern auch vor umherschwirrenden Grippeviren geschützt. So wird in diesem Jahr eine vergleichsweise schwere Grippewelle erwartet.

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Starke Grippewelle erwartet

Gründe hierfür sind vor allem weiterentwickelte Erreger, die über die letzten zwei Jahre Zeit hatten, sich zu verändern sowie das schlecht angepasste Immunsystem der Bevölkerung. Wie Stephan Ludwig, Direktor am Institut für Molekulare Virologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, in der Frankfurter Rundschau betont, habe auch die Vergangenheit gezeigt, dass auf Jahre mit schwächeren Grippewellen meist wieder eine stärkere Grippewelle folge.

Zudem führt Ludwig die derzeit starke Grippewelle in Australien an, wobei uns die dortigen Erreger meist in dem bei uns folgenden Winter erreichen.

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1. Covid-19: Risiko einer Doppelinfektion

Daneben droht die Gefahr von Doppelinfektionen: „Da sich Coronaviren und Influenzaviren unabhängig voneinander ausbreiten, kann es gerade bei der derzeit wieder ansteigenden Corona-Inzidenz auch zu Doppelinfektionen kommen, die besonders gefährlich sind.“, erklärt der Experte.

Übrigens kann eine Influenza-Impfung auch zusammen mit einer Covid-Impfung verabreicht werden. Gemäß Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) muss zwischen den Impfungen kein Impfabstand von 14 Tagen mehr eingehalten werden, jedoch sollte die Injektion bei gleichzeitiger Gabe jeweils an unterschiedlichen Gliedmaßen erfolgen.

2. Impfung für Risikogruppen empfohlen

Anlässlich der aktuellen Lage ist eine Grippe-Impfung in diesem Jahr für Risikogruppen besonders ratsam. Vor allem, da eine Infektion bei geschwächten oder vorerkrankten Menschen einen schwerwiegenden Verlauf nehmen und auch tödlich enden kann. Nach Angaben der Stiko zählen folgende Personen zur Risikogruppe:

  • Personen ab 60 Jahren
  • Schwangere ab dem 2. Trimenon, bei erhöhter Gefährdung aufgrund einer Grunderkrankung ab dem 1. Trimenon
  • Menschen mit erhöhter Gefährdung durch Grunderkrankungen wie chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenerkrankungen, Diabetes, Multiple Sklerose, angeborene oder erworbene Immundefizienz, HIV
  • Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen
  • Personen, die mit Personen aus den Risikogruppen im gleichen Haushalt leben
  • medizinisches Personal
  • Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr;
  • Personen mit Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln (Gefahr einer Doppelinfektion mit Vogelgrippe).

Für Personen über 60 Jahre wird zudem die Gabe eines Hochdosis-Impfstoff empfohlen, da diese oftmals eine geringere Immunantwort auf den Impfstoff aufweisen. Zudem zeigt der Hochdosis-Impfstoff eine signifikant bessere Wirksamkeit bei Senioren. Die Kosten werden von den Krankenkassen für alle Personen über 60 Jahre erstattet.

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3. Impfempfehlung auch für Kinder

Da in Australien vor allem Kinder von der Grippewelle betroffen sind, raten Experten zudem eine Impfung für alle Kinder von sechs Monaten bis fünf Jahren. Das entspricht im Übrigen den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) . Markus Rose aus der Kinderklinik des Klinikums Stuttgart betont in der „FR“, dass vor allem dem Immunsystem der Kinder „natürliches Training fehlt, das es braucht, um eine Immunität aufbauen zu können“.

4. Wann impfen lassen?

Wie die Stiko schreibt, dauert es bis zu 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. So empfehlen Experten, die Impfung im Oktober oder November – jedenfalls bis Mitte Dezember – durchzuführen, sodass der Schutz bis zum Start der Influenza-Welle Anfang des neuen Jahres aufgebaut ist. Auch Impfungen im Dezember oder während der Grippewelle können noch sinnvoll sein.

Generell gilt: Eine Impfung erfolgt einmal pro Saison. Da es bislang keine Daten zu Mehrfachimpfungen gibt und Influenza-Impfstoffe generell nicht als Booster entwickelt werden, sollte die einmalige Impfung eingehalten werden.

Mögliche Nebenwirkungen

Der Influenza-Impfstoff ist meist gut verträglich, es kann jedoch zu den üblichen Impfreaktionen kommen. Zu den Nebenwirkungen zählen:

  • vorübergehendes Fieber
  • Frösteln, Schwitzen
  • Müdigkeit
  • Kopf-, Muskel-, Gliederschmerzen

In der Regel klingen die Beschwerden binnen ein bis zwei Tagen wieder ab.

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