RKI-Zahlen: Inzidenz steigt wieder über 60 – knapp 1500 mehr neue Fälle als in Vorwoche

Die Corona-Pandemie hat Deutschland und die ganze Welt weiterhin fest im Griff. Die Mutationen aus Südafrika und Großbritannien breiten sich weiter aus. Derweil steigt die bundesweite Inzidenz erneut auf über 60. Alle wichtigen Corona-News finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

Top-News zur Corona-Pandemie vom 21. Februar

  • Ravensburg: Polizei beendet Treffen mit 70 Menschen auf Parkplatz (12.44 Uhr)
  • Aus Mutationsgebieten: 4500 Menschen wollten ohne Test nach Deutschland (08.16 Uhr)
  • RKI-Zahlen: Inzidenz steigt wieder über 60 (Sonntag, 07.24 Uhr)
  • Schulen, Friseure, Geschäfte: Hier sehen Sie, welche Regeln nun in Ihrem Bundesland gelten

Corona-Pandemie-News im Überblick:

  • Live-Karte zum Coronavirus und Radar mit Zahlen und Fakten
  • News, Service und Ideen zur Pandemie finden Sie in unserem Überblick

Polizei beendet Treffen mit 70 Menschen auf Parkplatz

12.44 Uhr: Auf einem Parkplatz in der Stadt Weingarten in Baden-Württemberg haben sich am Samstagabend etwa 70 Menschen getroffen und so für einen größeren Polizeieinsatz gesorgt. Die Gruppe verstieß gegen die Corona-Verordnung, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. So sei etwa der Mindestabstand nicht eingehalten worden.

Als die Beamten die Menschen im Alter von etwa 20 bis 30 Jahren aufforderten, den Parkplatz im Kreis Ravensburg zu verlassen, weigerten sie sich zunächst. Insgesamt waren demnach am Samstagabend 18 Polizisten im Einsatz. Um 21.30 Uhr löste die Polizei das Treffen auf. Das Treffen mit mindestens 35 Autos ist einem Sprecher zufolge aber nicht der Tuning-Szene zuzuordnen. Wie viele Menschen angezeigt werden, war zunächst unklar.

Heil will Ausbildungsprämie in Coronakrise erneut erhöhen

11.08 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will im März einen neuen Schutzschirm für Ausbildungsplätze vorlegen und Unternehmen dabei eine erneute, deutlich erhöhte Ausbildungsprämie anbieten. "Viele Betriebe zögern, ob sie angesichts der wirtschaftlichen Lage Ausbildungsplätze anbieten sollen", sagte der SPD-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). "Aber ein Einbruch bei den Ausbildungsstellen wäre für alle fatal. Deshalb werde ich im März einen neuen Schutzschirm für Ausbildungsplätze vorlegen", so Heil.

Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will im März einen neuen Schutzschirm für Ausbildungsplätze vorlegen und Unternehmen dabei eine erneute, deutlich erhöhte Ausbildungsprämie anbieten.  

"Es wird eine erneute, noch mal deutlich großzügiger als bisher bemessene Ausbildungsprämie geben", sagte der Bundesarbeitsminister. Die Corona-Ausbildungsprämie soll dafür sorgen, dass Unternehmen trotz der Pandemie nicht in ihren Anstrengungen für Ausbildung nachlassen. Im vergangenen Sommer hatte das Bundeskabinett die "Azubi-Prämien" auf den Weg gebracht. Kleine und mittelständische Firmen, die mit großen Umsatzeinbrüchen und Kurzarbeit kämpfen, aber ihre Ausbildungsplätze erhalten oder sogar ausbauen, bekommen demnach staatliche Prämien von bis zu 3000 Euro pro Ausbildungsplatz.

Dreyer kritisiert Corona-Gipfel: "Nicht vertrauliche Runde"

08.25 Uhr: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer fordert, bei den nächsten Corona-Beratungen von Bund und Ländern einen Plan für Öffnungen vorzulegen. Man brauche "klare Aussichten für die Menschen, wie es weitergeht", sagte die SPD-Politikerin der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS).

Dreyer kritisierte den Ablauf der Ministerpräsidentenkonferenzen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU): "In dieser großen Runde ist eigentlich gar keine abschließende und offene Diskussion möglich, weil alles, jeder Satz, sofort nach außen dringt. Es ist eine absolut nichtvertrauliche Runde. Das hat das Beratungsklima zerstört", sagte Dreyer. Die Konsequenz sei, dass sich viele Teilnehmer vorher in kleineren Gruppen abzustimmen versuchten. Das sei aber "nicht Sinn und Zweck der Sache".

Dreyer verlangte zudem eine andere Vermittlung der Beschlüsse: "Ich halte es für falsch, mit Angst für Akzeptanz sorgen zu wollen." Man müsse immer auch Zuversicht verbreiten und Perspektiven entwickeln. Dreyer sprach sich zudem für ein Beratungsgremium auf Bundesebene aus, das "nicht nur aus Virologen und Epidemiologen besteht". Auch die Wissenschaft vertrete unterschiedliche Meinungen.

Aus Mutationsgebieten: 4500 Menschen wollten ohne Corona-Test nach Deutschland

08.16 Uhr: Wegen der Ausbreitung der britischen Coronavirus-Mutation gelten seit fast einer Woche in Deutschland an den Grenzen zu Österreich und Tschechien verschärfte Einreise- und Grenzkontrollen. 4522 Menschen aus Mutationsgebieten sollen bisher nach Informationen von „Bild am Sonntag“ versucht haben, ohne negativen Corona-Test nach Deutschland zu gelangen.

Damit wollten sie besonders die langen Staus und stundenlangen Wartezeiten vermeiden, die sich an den Testzentren bilden. Oft weichen die Lkw-Fahrer wegen den Staus auf Umwegen zu einem anderen Grenzübergang aus – oder sie versuchen es ohne Test.

Im Zeitraum von 14. Februar bis einschließlich Samstag hat die Bundespolizei an der deutsch-tschechischen Grenze sowie der Grenze zu Österreich (nur Bundesland Tirol) rund 104 178 Personen kontrolliert und rund 15 877 Personen abgewiesen.

Foto: Ondøej Hájek/CTK/dpa Deutsche Polizeibeamte kontrollieren ein Fahrzeug am tschechisch-deutschen Grenzübergang Petrovice/Bahratal im Erzgebirge.  

Neben fehlender Corona-Tests hatten die abgewiesenen Reisenden dem Bericht zufolge entweder keine digitale Reiseanmeldung oder gehörten nicht zu den Ausnahmefällen für eine Einreise nach Deutschland. Ausnahmen bestehen etwa für Ärzte und Pflegepersonal.

Nach einer Woche Grenzkontrollen stellt die Bundespolizei bei den Abweisungen allerdings rückläufige Zahlen fest. "Die Abweisungszahlen sind seit Beginn der Kontrollen proportional zurückgegangen, weil sich die Reisenden aufgrund der Kontrollen zunehmend regelkonformer verhalten", sagte Bundespolizei-Präsident Dieter Romann der "Bild am Sonntag".

RKI-Zahlen: Inzidenz steigt wieder über 60

Sonntag, 21. Februar 2021, 07.24 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 7676 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 145 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus innerhalb 24 Stunden registriert, wie aus Zahlen des RKI vom Sonntag hervorgeht. Am Sonntag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards vom Sonntag um 03.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Am Sonntag vor einer Woche hatte das RKI innerhalb eines Tages 6114 Neuinfektionen und 218 neue Todesfälle verzeichnet. Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden. Er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Sonntagmorgen bundesweit bei 60,2 – und damit höher als am Vortag (57,8). Der bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Das RKI gab den bundesweiten Sieben-Tage-R-Wert am Samstagnachmittag mit 1,07 an (Vortag 1,01). Das ist der höchste Wert seit mehreren Wochen. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 107 weitere Menschen anstecken. Das könnte darauf hindeuten, dass sich die ansteckenderen Virusvarianten trotz des Lockdowns rascher ausbreiten.

1400 Neuinfektionen mehr als vor einer Woche: Corona-Zahlen steigen weiter – aber ein Wert gibt Hoffnung

Samstag, 20. Februar, 21.17 Uhr: Die Gesundheitsämter der Bundesländer haben am Samstag binnen 24 Stunden 8149 weitere Corona-Neuinfektionen gemeldet, wie aus einer Auswertung von FOCUS Online hervorgeht. Der Trend der sinkenden Zahlen ist somit endgültig gebrochen. Denn am gleichen Tag der Vorwoche verzeichnete Deutschland knapp 1400 neue Corona-Fälle weniger. Die Zahl der seit Pandemie-Beginn registrierten Infektionen stieg somit auf 2.382.085.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg 310.795 (+858), 7923 Todesfälle (+14)
  • Bayern 427.189 (+1.263), 12.090 Todesfälle (+51)
  • Berlin 126.825 (+252), 2727 Todesfälle (+7)
  • Brandenburg 74.599 (+241) 2.905 Todesfälle (+14)
  • Bremen 17.428 (+85), 327 Todesfälle (+3)
  • Hamburg 50.192 (+277), 1216 Todesfälle (+6)
  • Hessen 183.697 (+586), 5642 Todesfälle (+9)
  • Mecklenburg-Vorpommern 23.358 (+141), 689 Todesfälle (+4)
  • Niedersachsen 158.143 (+871), 4086 Todesfälle (+28)
  • Nordrhein-Westfalen 518.754 (+1750), 12.596 Todesfälle (+77)
  • Rheinland-Pfalz 99.772 (+227), 2987 Todesfälle (+0)
  • Saarland 28.179 (+118), 859 Todesfälle (+2)
  • Sachsen 190.393 (+464), 7.445 Todesfälle (+14)
  • Sachsen-Anhalt 58.613 (+312), 2319 Todesfälle (+8)
  • Schleswig-Holstein 40.995 (+207), 1206 Todesfälle (+0)
  • Thüringen: 73.153 (+497), 2731 Todesfälle (+29)

Gesamtstand (20.02.2021, 20.52 Uhr): 2.382.085 (+8149), 67.748 Todesfälle (+266)

Stand Vortag (19.02.2021, 20.41 Uhr): 2.373.936 (+9143), 67.484 Todesfälle (+532)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien

Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei ca. 2.185.100 (+8.800). Die Zahl der aktiven Fälle liegt somit bei etwa 126.100.

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl (7-Tage-R-Wert): 1,07 (Vortag: 1,01)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 3068 (Vergleich zum Vortag: -53)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 1750

(Vergleich zum Vortag: -12)

Außerdem meldeten die Länder 266 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Dieser Wert gibt Hoffnung – waren es am vergangenen Sonntag noch 390 neue Corona-Tote.  Die Zahl der Todesfälle insgesamt stieg auf 67.748 seit Beginn der Pandemie. Der wichtige 7-Tage-R-Wert lag am Donnerstag laut dem Robert-Koch-Institut aber leicht erhöht bei 1,07 (Vortag 1,01). dpa/Tom Weller/dpa Menschen mit Mundschutz gehen an einem geschlossenen Geschäft in der Stuttgarter Innenstadt vorbei.

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