Schweden blickt mit Schrecken auf eigene Corona-Zahlen – Lauterbach: Kein bundesweiter Lockdown mehr

Die Covid-19-Pandemie hält die Welt weiter in Atem. Mehr als 9,2 Millionen Menschen haben sich bislang weltweit mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, 191.508 davon in Deutschland – wo es immer wieder zu lokalen Ausbrüchen kommt. Alle Neuigkeiten zur Corona-Krise aus Deutschland, Europa und der Welt lesen Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

Covid-19-News aus Deutschland und der Welt – die Topmeldungen: Neuinfektionen in den USA fast auf Rekordniveau von April (06.54 Uhr) +++ Lauterbach zu Corona: Kein bundesweiter Lockdown mehr – Sorge um Schulen  (06.23 Uhr) +++ Clans sollen staatliche Corona-Soforthilfen bekommen haben (0.01 Uhr) +++ Mit Schrecken blickt Schweden inzwischen auf die eigenen Corona-Zahlen (22.34 Uhr) +++ Bundesländer melden 552 neue Corona-Fälle (21.43 Uhr) +++

  • Live-Karte zum Virus-Ausbruch und Coronavirus-Radar mit Zahlen und Fakten
  • Tönnies: Professor warnt nach Virus-Ausbruch: " Fleisch ist brandgefährlich" 
  • Mehr News, Service und Ideen zur Corona-Pandemie finden Sie auf unserem Überblicksportal

TOP-NEWS: Neuinfektionen: USA fast auf Rekordniveau von April – Starke Zunahme der Fälle im Süden

06.54 Uhr: Die Corona-Krise in den USA verschärft sich erneut dramatisch. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Mittwoch wurden binnen 24 Stunden 35.900 neue Infektionsfälle verzeichnet – fast so viele wie zum bisherigen Höhepunkt der Krise im April. Besonders deutlich ist der Anstieg der Zahlen im Süden des Landes. Die Bundesstaaten New York, New Jersey und Connecticut ordneten deshalb an, dass aus mehreren Staaten des Südens kommende Reisende in Quarantäne müssen. dpa New York: Eine Passantin geht an einem leerstehenden Geschäft am Broadway, südlich der Canal Street im Stadtbezirk Manhattan vorbei.

Die Gesamtzahl der registrierten Infektionen in den USA liegt nach Angaben der Universität bei knapp 2,4 Millionen. Die Zahl der verzeichneten Todesopfer stieg um weitere 756 Fälle auf etwa 121.900. Die Vereinigten Staaten sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Seit zwei Wochen verzeichnen sie in rund der Hälfte ihrer 50 Bundesstaaten deutlich steigende Ansteckungsraten.

Dies gilt besonders für Regionen des Südens – so registrieren die Bundesstaaten Texas und Florida derzeit ihre höchsten Infektionsraten seit Beginn der Krise. Beobachter führen dies unter anderem auf eine voreilige Lockerung der Corona-Beschränkungen zurück. Der texanische Gouverneur Greg Abbott appellierte nun an die Einwohner, möglichst daheim zu bleiben und beim Verlassen ihrer Häuser Atemschutzmasken zu tragen.

New York und seine Nachbarstaaten New York und Connecticut ordneten eine zweiwöchige Quarantäne für aus Alabama, Arkansas, Arizona, Florida, South Carolina und Texas eintreffende Reisende an. Bei Verstößen in New York drohen Geldstrafen von 2000 Dollar sowie 5000 Dollar im Wiederholungsfall, wie Gouverneur Andrew Cuomo mitteilte.

Reisende aus den inzwischen besonders von der Pandemie betroffenen Gegenden könnten „die Infektion mit sich bringen“, warnte Cuomo. „Wir sollten der Realität ins Auge sehen. Leugnen ist keine Lebensstrategie.“

Der Schritt zeigt, wie sich die Coronavirus-Krise in den USA regional verlagert hat: Lange Zeit waren der Bundesstaat New York und die gleichnamige Millionenstadt das Epizentrum der Pandemie, dort starben mehr als 30.000 Menschen. Zwischenzeitlich verlangten andere Bundesstaaten, dass sich New Yorker bei einem Besuch in Quarantäne begeben. Mit strikten Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen und Geschäftsschließungen konnte die Lage in der Metropole aber in den vergangenen Monaten unter Kontrolle gebracht werden.

Kritiker geben Präsident Donald Trump eine Mitschuld an den verheerenden Auswirkungen des Coronavirus in seinem Land. Der 74-Jährige hatte die Gefahr durch den neuartigen Erreger zunächst kleingeredet – und dringt bereit seit Monaten auf eine rasche Rückkehr zur Normalität. Vor einigen Tagen nahm Trump auch seine Wahlkampfkundgebungen auf. Er trägt dabei keine Maske.

SPD signalisiert nun doch Zustimmung zu Immunitätsausweis

06.40 Uhr: Nach anfänglichem Widerstand kommt aus der SPD inzwischen Zustimmung zu einem Corona-Immunitätsausweis. „Wie bei jedem anderen medizinischen Testbefund hat man auch bei einem Corona-Test einen Anspruch auf die Dokumentation des Ergebnisses“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Bärbel Basm der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ am Donnerstag. Entscheidend sei, „dass aus dem Immunitätsstatus keine Stigmatisierung entstehen darf. Wir werden darauf zu achten haben, dass für diese Personen keine anderen Freiheits- oder Persönlichkeitsrechte gelten“, sagte die Gesundheitspolitikerin. Über einen Immunitätsausweis berät laut der Zeitung der Deutsche Ethikrat am heutigen Donnerstag erstmals.

Nach massivem Widerstand vom Koalitionspartner SPD hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) seine Pläne für einen Immunitätsausweis Anfang Mai zunächst auf Eis gelegt. Damals hatte etwa SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil über ein "völlig falsches Signal" geklagt, weil durch die Bescheinigung Menschen belohnt werden sollten, die sich nicht vor Ansteckung schützen würden. Spahn hatte daraufhin den Deutschen Ethikrat angerufen. Eine Stellungnahme nach der ersten Beratung des 24-köpfigen Gremium ist nicht zu rechnen, wie eine Sprecherin mitteilte.

TOP-NEWS: Lauterbach zu Corona: Kein bundesweiter Lockdown mehr – Sorge um Schulen

06.23 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält trotz steigender Corona-Neuinfektionszahlen einen weitere deutschlandweiten „Lockdown“ – also die massive Einschränkung des öffentlichen Lebens – für ausgeschlossen. „Einen bundesweiten Lockdown, wie wir ihn gehabt haben, wird es nicht noch einmal geben. Solche Maßnahmen sind nicht wiederholbar. Aber es wird dann Beschränkungen geben“, sagte er der Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ/Donnerstag). dpa/Kay Nietfeld/dpabild Karl Lauterbach (SPD) trägt einen Mund-Nasen-Schutz.

Und: „Die Wahrscheinlichkeit einer zweiten Welle steigt. Die Leute verhalten sich derzeit zunehmend unvorsichtig. Wenn man abends vor allem durch Großstädte geht, hat man den Eindruck, dass vor allem jüngere Menschen sich so verhalten, als hätte es Corona nie gegeben.“ Im Herbst wäre dann eine zweite Welle tatsächlich zu erwarten, so Lauterbach, und: „Große Sorgen mache ich mir um die Schulen. Einen Regelbetrieb nach den Sommerferien so wie vor Corona, halte ich für nicht möglich.“

TOP-NEWS: Clans sollen staatliche Corona-Soforthilfen bekommen haben

25. Juni, 0.01 Uhr: Das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt (LKA) prüft derzeit, ob kriminelle arabische Großfamilien staatliche Soforthilfegelder im Rahmen der Corona-Pandemie abgegriffen haben. „Wir haben in vereinzelten Fällen Hinweise darauf bekommen, dass Clanmitglieder finanzielle Corona-Soforthilfen der Bundesregierung erhalten haben. Dem gehen wir gerade nach“, sagte der leitende LKA-Kriminaldirektor Thomas Jungbluth der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Donnerstag). Jungbluth betonte aber, dass man dabei im Fokus haben müsste, dass ein Shishabar-Betreiber auch als Clanmitglied unter Umständen berechtigten Anspruch auf Zahlung von Corona-Soforthilfe habe – etwa weil sein Betrieb schließen musste. „Ein Clanangehöriger bleibt grundsätzlich anspruchsberechtigt. Seine Zugehörigkeit zu einem Familienclan lässt diese Anspruchsberechtigung nicht erlöschen. Wir sind mit Steuerfahndungsbehörden im Gespräch“, sagte Jungbluth.

Soforthilfe-Gelder stehen wegen der  Corona-Pandemie in  NRW nur Solo-Selbstständigen (9000 Euro) beziehungsweise Betrieben mit bis zu zehn Mitarbeitern (15.000 Euro) zu, deren Umsätze durch die Corona-Pandemie massiv eingebrochen sind.

TOP-NEWS: Mit Schrecken blickt Schweden inzwischen auf die eigenen Corona-Zahlen

22.34 Uhr: Schwedens Staatsepidemiologe Anders Tegnell bereut einen Teil seiner Strategie im Umgang mit dem Coronavirus. Der Schutz vor einer Ansteckung der Älteren in schwedischen Senioreneinrichtungen sei gescheitert und die Todesrate "schrecklich", sagte Tegnell im beliebten "Sommar"-Programm des schwedischen Radios am Mittwoch. "Wir dachten vermutlich, dass unsere alters-segregierte Gesellschaft uns erlauben würde, eine Situation zu vermeiden wie in Italien, wo verschiedene Generationen viel häufiger zusammenleben. Aber das erwies sich als falsch." imago images/TT Der schwedische Staatsempidemiologe Anders Tegnell

An Schwedens lockerer Corona-Strategie, für die Tegnell federführend verantwortlich war, mehrt sich die Kritik. Denn die Infektions- und Todeszahlen pro Einwohner sind im Vergleich zum restlichen Skandinavien und auch zu Deutschland sehr hoch. Im Land mit seinen etwas mehr als zehn Millionen Einwohnern wurden laut der staatlichen Gesundheitsbehörde bislang rund 62.300 Menschen positiv auf das Virus getestet. Mehr als 5200 Menschen sind im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben.

Zu Schwedens Sonderweg mit lediglich moderaten Einschränkungen für die Bevölkerung sagte der 64-Jährige, an sich habe das Gesundheitssystem die Pandemie bewältigen können. Aber vor allem die vielen Toten unter den Senioren hätten vermieden werden müssen. Der Epidemiologe hatte erstmals Anfang Juni Selbstkritik an der Strategie geübt und bedauert, dass das Land zu wenig Maßnahmen im Kampf gegen das Virus ergriffen habe.

TOP-NEWS: Bundesländer melden 552 neue Corona-Fälle – Zahl der akut Infizierten fällt leicht

21.43 Uhr: Bislang sind in Deutschland 191.508 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie aus den Meldungen der Landesgesundheits- und Sozialministerien hervorgeht. Das sind 552 mehr als noch am Dienstag. Bislang sind 8894 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben. Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert Koch-Institut bei 176.300. Somit gibt es aktuell rund 6300 aktive Fälle – 100 weniger als am Dienstag. Der R-Wert fiel am Mittwoch wieder unter die kritische Marke von 1. Somit steckt ein Infizierter im Schnitt wieder weniger als eine Person an.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 35.456 (1.827 Todesfälle)
  • Bayern: 47.985 (2.576 Todesfälle)
  • Berlin: 8.020 (212 Todesfälle)
  • Brandenburg: 3.413 (170 Todesfälle)
  • Bremen: 1.658 (49 Todesfälle)
  • Hamburg: 5.171 (229 Todesfälle)
  • Hessen: 10.645 (503 Todesfälle)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 796 (20 Todesfälle)
  • Niedersachsen: 13.331 (625 Todesfälle)
  • Nordrhein-Westfalen: 41.675 (1.668 Todesfälle)
  • Rheinland-Pfalz: 6.932 (235 Todesfälle)
  • Saarland: 2.762 (171 Todesfälle)
  • Sachsen: 5.433 (221 Todesfälle)
  • Sachsen-Anhalt: 1.860 (58 Todesfälle)
  • Schleswig-Holstein: 3.140 (152 Todesfälle)
  • Thüringen: 3.231 (178 Todesfälle)

Gesamt (Stand: 23.06.20, 19.54 Uhr): 191.508 (8.894 Todesfälle)

Vortag (Stand 23.06.20, 19.54 Uhr): 190.956 (8.876 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 176.300.

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 0,72 (Stand 24.06.20)

Surftipp: Coronavirus – Reproduktionszahl und geglätteter R-Wert erklärt

17 Mitarbeiter von Dönerfleischproduzent positiv auf Coronavirus getestet

19.22 Uhr: Bei einer Dönerfleischproduktion in Moers bei Duisburg sind 17 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das berichtete der Kreis Wesel am Mittwoch. Insgesamt habe der Betrieb 275 Mitarbeiter. Die Infizierten seien in Quarantäne, das gelte vorsorglich auch für 43 weitere Personen.

Am Mittwoch seien nun alle anwesenden Mitarbeiter des Dönerproduzenten getestet worden, so der Kreis. Die Ergebnisse lagen zunächst noch nicht vor. Der Betrieb wurde vorläufig geschlossen. Einige wenige Mitarbeiter dürften aber in den nächsten Tagen noch unter Auflagen "bereits angelieferte Frischware weiterverarbeiten, um zu vermeiden, dass diese verdirbt", so der Kreis. Der Betrieb habe ein "hervorragendes Hygienekonzept". Es gebe keine Werkverträge oder Mitarbeiter, die in Sammelunterkünften lebten.

Die 17 infizierten Mitarbeiter waren nachträglich untersucht worden, nachdem das NRW-Gesundheitsministerium im Mai eine Reihentestung bei allen Schlachtbetrieben im Bundesland angeordnet hatte. Nun seien nochmals die Mitarbeiter getestet worden, die damals unter anderem wegen Urlaub oder Kurzarbeit nicht konnten.

Corona-Neuinfektionen in den USA erreichen Tageshöchstwert seit April

19.18 Uhr: Die USA haben einen neuen Höchststand an Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Am Dienstag wurden rund 34.700 neue Infektionen nachgewiesen – der höchste Stand seit Ende April und der dritthöchste Tageswert seit Beginn der Pandemie, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorgeht. Im Vergleich: Am 1. Juni lag der Tageswert bei rund 17.400 Neuinfektionen. Die bisher höchste Zahl (36 400) wurde am 24. April verzeichnet.

Die USA führen mittlerweile deutlich mehr Tests durch als noch vor wenigen Monaten, was US-Präsident Donald Trump wiederholt als Erklärung für die hohen Fallzahlen angeführt hat. Allerdings zeigt die steigende Zahl der Krankenhauseinweisungen, dass sich die Lage in einigen Bundesstaaten wieder zuspitzt. Sorgen bereitet Experten wie dem führenden US-Immunologen Anthony Fauci insbesondere die Entwicklung in Florida, Texas und Arizona. AP US-Präsident Donald Trump.

Ungeachtet der Entwicklung in Arizona war Trump dort am Dienstag vor Publikum aufgetreten. In dem geschlossenen Raum trugen seine Anhänger größtenteils keine Masken und saßen dicht an dicht. Trump wird von seinen Gegnern immer wieder vorgeworfen, die Tragweite des Virus herunterzuspielen. Wenige Monate vor der US-Wahl im November liegt sein Augenmerk darauf, die Wirtschaft des Landes wieder zum Laufen zu bringen.

Urlaubs-Start in Italien gerät zum Reinfall

19.16 Uhr: Trotz der Grenzöffnungen lässt der Touristenstrom in Italien auf sich warten. "Es ist nicht so, dass wir keine bedeutende Zahl von Touristen sehen: Wir sehen einfach gar keine Touristen", sagte die Präsidentin des italienischen Tourismusverbandes Federturismo, Marina Lalli, in einer Videokonferenz mit internationalen Medien am Mittwoch. Besonders ausländische Urlauber fehlten. Die würden vermutlich erst im September oder Oktober zurückkehren, sagte Lalli. Die meisten internationalen Gäste kämen derzeit aus Deutschland und Österreich, vor allem weil da die Anreise unkompliziert sei. PiNCAMP / Marina di Venezia/PiNC

Italien hat seit Anfang Juni seine Grenzen für EU-Bürger und Einwohner des Schengenraums geöffnet. Der Effekt hält sich aber in Grenzen. Vor allem Städte wie Venedig, Rom oder Florenz leiden. Diese sind bei Touristen aus den USA oder aus China beliebt – wann diese wieder nach Italien einreisen können, ist noch unklar.

Seehofer bittet Österreich um Entschärfung der Reisewarnung für NRW

18.13 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Entscheidung der österreichischen Regierung kritisiert, wegen des Corona-Ausbruchs eine partielle Reisewarnung für Nordrhein-Westfalen auszusprechen. Bei einem Treffen in Berlin bat Seehofer am Mittwoch seinen österreichischen Kollegen Karl Nehammer, die Entscheidung zu überdenken. Er schlug vor, solche Reisewarnungen nicht pauschal für ganze Bundesländer auszusprechen, sondern auf "regionale Hotspots" zu beschränken.

Die österreichische Regierung hatte die Reisewarnung mit dem Coronavirus-Ausbruch beim Schlachtbetrieb Tönnies begründet. Die Warnung bedeutet laut Regierung in Wien, dass vor Reisen nach NRW gewarnt werde und Österreicher, die sich bereits dort befinden, Kontakt zu ihrer Botschaft aufnehmen sollten. Zudem werde es vorerst keine direkten Flüge zwischen Österreich und Nordrhein-Westfalen geben. Markus Schreiber/AP-POOL/dpa Treffen der Innenminister von Österreich und Deutschland

Seehofer bat seinen Kollegen Nehammer bei dem Treffen in Berlin, seine Bitte an Bundeskanzler Sebastian Kurz weiterzugeben, "ob man Reisewarnungen so lokalisieren kann, dass man sie auf die Hotspots konzentriert". Nehammer sagte, mit der Reisewarnung habe seine Regierung auf die "dramatischen Ereignisse" um den Fleischbetrieb Tönnies reagiert. Er äußerte Vertrauen in die deutschen Behörden. Diese "unternehmen nun alles, damit man rechtzeitig und schnell die Infektionsketten durchbricht".

Reproduktionszahl schwankt stark – R-Wert plötzlich wieder deutlich unter 1

17.42 Uhr: In ganz Deutschland lag die Reproduktionszahl nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 24.6., 0.00 Uhr, bei 0,72 und damit deutlich unter dem Wert des Vortags von 2,02. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen sank dieser Wert mit Datenstand 24.6., 0.00 Uhr, auf 1,17 (Vortag: 1,67). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Corona-Ausbruch in Schlachthof im Landkreis Cloppenburg

16.59 Uhr: Auch in der Gemeinde Essen im Landkreis Cloppenburg (Niedersachsen) haben sich mehrere Mitarbeiter eines Schlachthofs mit dem Coronavirus infiziert. Wie der "NDR" berichtet, handelt es sich um Mitarbeiter des Betriebs Danish Crown. Vier von ihnen seien demnach positiv getestet worden. Alle 350 Kollegen würden jetzt ebenfalls getestet.

Es ist bereits der zweite Corona-Ausbruch in einem Schlachtbetrieb in Niedersachsen. So war am Dienstag bekannt geworden, dass sich im niedersächsischen Wildeshausen mehrere Mitarbeiter einer Puten-Schlachterei des Wiesenhof-Konzerns infiziert hatten. Nach dem Start eines Corona-Massentests ist die Zahl der Infizierten auf 35 gestiegen. Bis Mittwochnachmittag wurden nach Angaben der Wiesenhof-Mutter PHW 341 Menschen in dem Betrieb getestet.

Reisegruppe aus Gütersloh in Kühlungsborn zurückgewiesen

16.14 Uhr: Eine Reisegruppe aus Gütersloh ist von einem Hotel im Ostseebad Kühlungsborn (Landkreis Rostock) zurückgewiesen worden. Wie ein Sprecher des Landkreises am Mittwoch mitteilte, war die Gruppe am Sonntag angereist. Das Hotel habe das Gesundheitsamt informiert, da bei Anreise der Gruppe nicht sicher feststand, ob Gütersloh bereits Risikogebiet war. Das Gesundheitsamt und das Rechtsamt hätten dem Hotel auf Grundlage der Landesverordnung geraten, die etwa 40 Reisenden zurückzuschicken. Die Gäste konnten kein Negativattest nachweisen, wie es die Landesverordnung fordert.

Wie der Sprecher weiter mitteilte, aktualisiert der Landkreis Rostock derzeit sein Informationsangebot für Beherbergungsbetriebe, um den Vermietern den Umgang mit Reisenden aus Risikogebieten zu erleichtern.

  • Alles zum Corona-Ausbruch bei Tönnies lesen Sie im Ticker von FOCUS Online 

Corona-Warn-App in Deutschland erreicht 15 Prozent der Bevölkerung

16.04 Uhr: Die Corona-Warn-App des Bundes wird inzwischen von rund 15 Prozent der Menschen in Deutschland verwendet. Am Mittwoch lag die offizielle Downloadzahl bei 12,6 Millionen, teilte das Robert Koch-Institut auf Twitter mit. Nach Einschätzung von Experten ist ab einer Nutzungsquote von 15 Prozent mit einem spürbaren Effekt bei der Eindämmung der Pandemie zu rechnen.

Die Schwelle von 15 Prozent wurde bei 83,2 Millionen Einwohnern in Deutschland bei 12,48 Millionen Downloads überschritten. Forscher der Universität Oxford hatten berechnet, dass eine Beteiligungsquote von 60 Prozent benötigt wird, wenn eine App im Kampf gegen Covid-19 alleine steht. Eine Tracing-App als Teil eines Pandemiekonzeptes inklusive Hygiene, Abstand und Atemschutz zeige dagegen schon bei 15 Prozent einen Effekt.

Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wurde die offizielle deutsche Corona-Warn-App mehr heruntergeladen als die Corona-Apps aller anderen EU-Staaten zusammen.


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