Shop Apotheke wächst langsamer und baut Rx-Aktivitäten aus

Der EU-Versender Shop Apotheke ist im Geschäftsjahr 2019 weiter gewachsen. Ersten Zahlen des Konzerns zufolge hat sich der Umsatz um 30 Prozent gesteigert. Die detaillierten Ergebnisse will das Unternehmen erst im März bekanntgeben. Klar ist aber schon jetzt: Der Konzern hat seine Bemühungen im Rx-Markt intensiviert und konnte die Anzahl der belieferten Rezepte deutlich steigern. Allerdings: Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2018 fiel das Wachstum 2019 deutlich langsamer aus.

Einer Pressemitteilung zufolge lag der Umsatz der Shop Apotheke am Ende des Geschäftsjahres (Stichtag 31. Dezember 2019) bei rund 701 Millionen Euro. 2018 hatte er noch bei knapp 540 Millionen Euro gelegen. Die bereinigte EBITDA-Marge liegt nach den vorläufigen Berechnungen ebenfalls innerhalb des prognostizierten Korridors von -2,0 Prozent bis -2,3 Prozent. Alleine im vierten Quartal 2019 steigerte der Konzern seinen Umsatz um 27 Prozent von 151 Millionen Euro auf rund 192 Millionen Euro.

Konzernangaben zufolge ist im vergangenen Jahr auch die Anzahl der aktiven Kunden weiter gewachsen. Ende 2018 gab es demnach rund 3,5 Millionen Kunden in Europa, Ende Dezember 2019 rund 4,7 Millionen. Im Gegensatz zum Wettbewerber DocMorris, bei dem die Umsatzsprünge auch auf die Übernahmen anderer Versandhändler zurückzuführen sind, legt die Shop Apotheke Wert darauf, dass der eigene Umsatzanstieg „nahezu vollständig (28 Prozent)“ auf organischem Wachstum basiert.

Klar ist aber auch: Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2018 hat sich das Wachstum der Shop Apotheke stark verlangsamt. Das Unternehmen hatte 2018 den Umsatz um 90 Prozent auf 540 Millionen Euro erhöht. Dahinter steckte auch damals eine signifikante Steigerung bei den Kundenzahlen, nämlich eine Zunahme der Anzahl aktiver Kunden von 2,7 Millionen Ende 2017 auf rund 3,5 Millionen Ende 2018. Allerdings: Im November 2017 war die zuvor übernommene Europa Apotheek in das Geschäft der Shop Apotheke integriert worden.

Die vollständige Mitteilung zum Geschäftsjahr 2019 will der Versandhändler im März dieses Jahres vorlegen. Dann wird auch klar werden, wie tief sich die Shop-Apotheke noch in den roten Zahlen befindet. Denn das wurde in der Mitteilung zu den vorläufigen Ergebnissen nicht thematisiert. Nach dem ersten Halbjahr 2019 lag das bereinigte Ergebnis nach Steuern mit minus 19,9 Millionen Euro gegenüber minus 14,5 Millionen Euro tief im roten Bereich und erreichte eine negative Rekordmarke.

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7000 Rezepte pro Tag

Auch das Geschäft im Rx-Markt wird immer wichtiger für die Shop Apotheke. Das Geschäft mit Rx-Medikamenten verzeichnete eigenen Angaben zufolge einen Zuwachs um etwa 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Shop Apotheke-CEO Stefan Feltens dazu: „Erst kürzlich konnten wir mit dem Eingang von über 7000 Papierrezepten an einem Tag einen neuen Rekordwert verzeichnen.“

So wie DocMorris verbindet auch die Shop Apotheke große Hoffnungen mit dem E-Rezept. „Nach der flächendeckenden Einführung elektronischer Rezepte, mit der wir im Jahr 2021 rechnen, erwarten wir bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten nochmals einen erheblichen Wachstumsschub. Kunden können dann vollumfänglich von den Vorteilen des Online-Einkaufs profitieren“, so Feltens.

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