SPD-Mann will Kostenerstattung von Homöopathie verbieten – Union sperrt sich

Vorbild Frankreich? Die Gesundheitsbehörde im Nachbarland will verbieten, dass Krankenkassen die Kosten von homöopathischen Behandlungen erstatten. SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach fordert nun dasselbe für Deutschland. Doch CDU und CSU sträuben sich.

SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach will gesetzlichen Krankenkassen die Kostenerstattung von Homöopathie verbieten. „Wir müssen in der Groko darüber reden“, sagte er dem „Tagesspiegel“ (Mittwoch). Ihm zufolge sollen auch freiwillige Leistungen der Krankenkassen wirtschaftlich und medizinisch sinnvoll sein. dpa/Ralf Hirschberger SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach betonte, die Bluttests seien sicherer und medizinisch besser als bisherige Verfahren.

Der SPD-Gesundheitsexperte verweist mit seinem Vorstoß auf Frankreich. Dort hat die Oberste Gesundheitsbehörde festgestellt, das homöopathische Arznei wissenschaftlich gesehen nicht ausreichend wirksam sei. Daher sei eine Erstattung nicht gerechtfertigt. „Im Sinne der Vernunft und der Aufklärung sowie des Patientenschutzes ist es auch in Deutschland falsch, dass Kassen aus Marketinggründen Homöopathie bezahlen“, erklärte Lauterbach auf Twitter.

Lauterbachs mächtiger Verbündeter

Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA), der über die Pflichtleistungen der gesetzlichen Kassen entscheidet, unterstützt Lauterbach. Behandlungsmethoden ohne klaren Beleg für Wirksamkeit und Nutzen sollten „nicht noch dadurch geadelt werden, dass sie von Kassen als Satzungsleistungen bezahlt werden“, sagte der GBA-Vorsitzende Josef Hecken dem „Tagesspiegel“.

Kritik an Lauterbachs Vorschlag kommt aus der Union. Deren gesundheitspolitische Sprecherin, Karin Maag, findet es falsch, die freiwilligen Leistungen der Versicherer zu beschränken. „Wir führen keinen Kreuzzug gegen Heilpraktiker und Naturheilverfahren“, sagte sie dem „Tagesspiegel“. Sie halte es für richtig, die Entscheidungsfreiheit der Patienten zu wahren.

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