Tod des Haustiers kann die Kinderpsyche stark belasten – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

Auswirkungen des Haustiertodes auf die Kinderpsyche

Der Tod eines Haustiers kann bei Kindern ein tiefes und langanhaltendes Gefühl der Trauer auslösen, das sogar zu späteren psychischen Problemen führen kann. Die durch den Tod ausgelöste psychischen Belastung kann noch Jahre später als ein Indikator für Depressionen dienen.

Bei einer Untersuchung unter Beteiligung von Forschenden des Massachusetts General Hospital (MGH) wurde festgestellt, dass der Tod eines Haustiers für Kinder schwerwiegende und lang anhaltende psychische Auswirkungen haben kann. Die Ergebnisse wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „European Child & Adolescent Psychiatry“ veröffentlicht.

Daten von 6.260 Kindern wurden ausgewertet

Die aktuelle Analyse basiert auf einer Stichprobe von 6.260 Kindern und erlaubten es, die Erfahrungen mit Haustierbesitz und Haustierverlust vom frühen Alter eines Kindes bis zum Alter von acht Jahren zu verfolgen, berichten die Forschenden.

Auswirkungen sollten nicht unterschätzt werden

Einer der ersten großen Verluste, den ein Kind erleiden wird, ist wahrscheinlich der Tod eines geliebten Haustiers. Die Auswirkungen können für Kinder traumatisch sein, besonders, wenn das Haustier als ein Familienmitglied angesehen wird, erläutert die Forschungsgruppe. Der Tod eines Haustiers lasse sich oft mit vermehrten psychischen Problemen bei Kindern in Verbindung bringen. Eltern, Mediziner und Medizinerinnen sollten daher auf entsprechende Symptome achten und das Risiko nicht unterschätzen, fügt das Team hinzu.

Kinder haben tiefgehende Beziehungen zu Haustieren

Viele Familien in entwickelten Ländern besitzen mindestens ein Haustier. Bindungen, welche Kinder mit Haustieren eingehen, können in Bezug auf Zuneigung, Sicherheit und Geborgenheit menschlichen Beziehungen ähneln. Darüber hinaus haben frühere Studien gezeigt, dass Kinder sich oft an Haustiere wenden, um sich zu trösten und ihre Ängste und emotionalen Erfahrungen zu verarbeiten, erläutern die Forschenden.

Haustiere stärken Selbstwertgefühl

Das gesteigerte Einfühlungsvermögen, Selbstwertgefühl und die soziale Kompetenz, die sich oft aus der Interaktion mit den Haustieren ergeben, sind eindeutig von Vorteil für die Kinder. Allerdings kann der Tod eines Haustiers, wie er bei 63 Prozent der Kinder mit Haustieren in den ersten sieben Lebensjahren eintritt, durchaus negative Auswirkungen haben, erklärt die Forschungsgruppe.

Geistige und emotionale Gesundheit wurde untersucht

In der aktuellen Studie zeigte sich zudem, dass der Zusammenhang zwischen dem Tod eines Haustiers und psychopathologischen Symptomen in der Kindheit unabhängig vom sozioökonomischen Status und von bereits erlebten unangenehmen Erfahrungen war, berichten die Forschenden in einer Pressemitteilung.

Jungen waren stärker betroffen

Der Zusammenhang zwischen dem Tod eines Haustiers und der zunehmenden Psychopathologie bei Jungen war ausgeprägter als bei Mädchen, berichtet das Team. Die Stärke des Zusammenhangs war unabhängig davon, wann der Tod des Haustiers in der Kindheit eintrat, wie lange er zurücklag und wie oft Kinder mit dem Tod eines Haustiers konfrontiert wurden. Dies spricht nach Ansicht der Forschenden für die Dauerhaftigkeit der Bindung zu Haustieren, die in einem sehr frühen Alter aufgebaut wird. Die Stärke der Auswirkungen zeigt ebenfalls, dass sich der Tod eines Haustiers auf Kinder in ihrer gesamten Entwicklung auswirken kann.

Wie sollten Eltern reagieren?

Die langfristigen psychologischen Reaktionen von Kindern auf den Tod eines Haustiers müssen frühzeitig erkannt und ernst genommen werden. Diese Reaktionen können denen des Verlusts anderer wichtiger Familienmitglieder ähneln. Erwachsene sollten darauf achten, ob diese Gefühle tiefgreifender sind und ob sie länger andauern, als man es eigentlich erwarten würde, rät das Team.

Gespräche können Kindern helfen

Solche tiefgreifenden lange anhaltenden Gefühle könnten Anzeichen von komplizierten Trauer sein. Für ein trauerndes Kind kann es sehr hilfreich sein, jemanden zu haben, mit dem es auf sympathische oder therapeutische Weise sprechen kann, fügt die Forschungsgruppe hinzu. (as)

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