WHO-Epidemiologin besorgt: Mit BA.5 steigen die Todesfälle weltweit – das sind die Gründe

Die Omikron-Variante BA.5 verbreitet sich mit rasantem Tempo auf der ganzen Welt. Laut WHO nehmen damit aber nicht nur die Infektionen, sondern auch die Todesfälle zu. Eine Epidemiologin erklärt, woran das liegt.

„Die Hälfte der in den vergangenen vier Wochen entdeckten Sequenzen sind Omikron BA.5.“ Das erklärte jetzt WHO-Epidemiologin Maria Van Kerkhove in einem Statusupdate auf Twitter. Weltweit verbreitet sich die Variante, welche in Deutschland mit 88,8 Prozent schon weit mehr als die Hälfte der Neuinfektionen ausmacht.

Dass BA.5 so grassiert, hat laut Van Kerkhove verschiedene Gründe. Vor allem aber liege es daran, dass viele Menschen sich träfen und sich so Gruppen durchmischten – ohne dass diese sich an Masken oder Abstandsregeln hielten.

Corona-Todesfälle steigen wegen BA.5 weltweit

Und die Zunahme der BA.5-Fälle hat Folgen. „Auch die Todefälle stiegen in den vergangenen fünf Wochen an“, warnt die Pandemieexpertin. Dafür nennt sie folgende Erklärung: Es trifft vor allem Gruppen, die nicht gut geschützt sind. Weil sie

  • entweder nicht geimpft sind
  • oder nicht alle notwendigen Impfungen erhalten haben.

Das trifft auch auf Deutschland zu. „Wir nehmen leider immer wieder Risiko-Patienten mit nur inkompletter Sars-CoV-2 Impfung auf“, schreibt etwa Intensivmediziner Stefan Kluge auf Twitter . Zuletzt hätten sie erst wieder einen über 90-jährigen Covid-Patienten aufgenommen, der nur einmal geimpft war, erklärt der Direktor Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

„Die Patienten, die heute noch an dieser Erkrankung sterben, sind fast immer schwer immunsupprimiert, haben also ein stark geschwächtes Immunsystem“, erklärt auch Pneumologe und Infektiologe Markus Unnewehr im Gespräch mit FOCUS online .

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass BA.5 pathogener, also stärker krankmachend ist. Das Virus ist nachweislich infektiöser. Es infizieren sich aktuell also viel mehr Menschen – und auch solche, die bereits geimpft oder genesen sind. Trifft das Virus dann nicht nur mehr Menschen, sondern auch auch noch auf Ungeimpfte aus Risikogruppen, kommt es zu mehr schweren und damit auch tödlichen Verläufen. Ob die Variante selbst tatsächlich auch krankmachender ist, ist bislang nicht gesichert.

„Das sind nicht die Trends, die wir sehen wollen“

Alarmierend sind laut Epidemiologin Van Kerkhove allerdings besonders die rapiden Anstiege der Todeszahlen.

„Von den Top-50-Ländern, die einen Anstieg der Todeszahlen verzeichneten, verzeichneten 35 einen Anstieg um 100 Prozent oder mehr“, warnt sie – also mehr als eine Verdopplung der Fälle. „Das sind nicht die Trends, die wir sehen wollen.“

Drei Länder hätten sogar einen Anstieg um mehr als 1000 Prozent in der vergangenen Woche verzeichnet. Welche das waren, erwähnt sie nicht. Allerdings gingen etwa die Hälfte der Todesfälle, welche in der vergangenen Woche nachgewiesen wurden, laut Kerkhove auf die USA zurück, rund ein Drittel auf Europa.

Gute Nachricht: Maßnahmen wirken weiter

Es gebe jedoch auch eine gute Nachricht: Dass unsere Maßnahmen „weiter wirken, auch gegen alle Varianten und Untervarianten“. Dazu müssten wir sie nur konsequent einhalten und nutzen.

„Wir müssen uns vor allem auf die Impfungen konzentrieren, insbesondere bei den Menschen, die das größte Risiko haben“, sagt sie. „Diese Impflücken sollten jetzt geschlossen werden“, sagt auch Intensivmediziner Kluge mit Blick auf die Patienten, die vor allem aus Risikogruppen stammen.

Aber auch andere Maßnahmen, die das Infektionsrisiko verringerten, sind laut der WHO-Epidemiologin wichtig. Dazu zählen

  • Maske tragen,
  • Abstand halten,
  • gute Belüftung von Innenräumen und
  • zuhause zu bleiben, wenn man sich nicht gut fühlt.

„Das bedeutet nicht, dass Sie nicht Ihr Leben leben dürfen“, betont Van Kerkhove. „Aber wir wollen, dass Sie das etwas sicherer tun.“

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