IQOS statt Zigaretten: Ich bin auf den Erhitzer umgestiegen – und das sind meine Erfahrungen

Ich bin Raucher – aber seit fast einem Jahr rauche ich keine Zigaretten mehr. Stattdessen nutze ich IQOS, eine elektronische Zigarette, bei der echter Tabak erhitzt statt verbrannt wird. Warum ich auf die Heat-Not-Burn-Alternative umgestiegen bin – und warum ich nie wieder eine echte Zigarette rauchen möchte.

Rund 13 bis 15 Millionen Menschen in Deutschland sind süchtig nach Nikotin – ich bin einer von ihnen. Die allermeisten von uns sind sich des enormen Schadens durchaus bewusst, den wir unserem Körper durch das regelmäßige Rauchen von Zigaretten zufügen. Im Durchschnitt sterben Raucher zehn Jahre früher als Nichtraucher. Auch das ist bekannt.

Und dennoch: Nur die allerwenigsten Nikotinabhängigen schaffen es, dauerhaft mit dem Rauchen aufzuhören. Ich selbst kenne das nur zu gut. Vier Mal habe ich in den vergangenen zehn Jahren versucht, mit dem Rauchen aufzuhören – vier Mal bin ich kläglich gescheitert. Die Sucht war am Ende jedes Mal stärker als die Aussicht auf ein gesünderes Leben.

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IQOS: kein Gestank, keine Asche, weniger Schadstoffe

Im Januar 2017 wurde ich dann auf IQOS aufmerksam. Philip Morris hatte in den vorangegangenen Monaten große Werbekampagnen für das neue Produkt gefahren. Die Argumente des Herstellers klangen vielversprechend: ähnliches Raucherlebnis ohne nach Zigaretten zu stinken, keine Glut und demnach auch keine Asche – und vor allem: weniger Schadstoffe. Es klang fast zu gut, um wahr zu sein.

Dennoch war ich neugierig geworden und kaufte mir das Starter-Set von IQOS. Der – vermeintliche – Nachteil der elektronischen Zigarette gegenüber klassischen Glimmstängeln kristallisierte sich schnell heraus: Da der Tabak bei der E-Zigarette nur erhitzt statt verbrannt wird, entsteht weniger Rauch zum Inhalieren. Meiner Empfindung nach nahm ich somit pro gerauchtem "Heet" (so nennt der Hersteller die Tabak-Stifte für IQOS) weniger Nikotin zu mir als mit einer herkömmlichen Zigarette.

Die Folge: Ich griff viel öfter zum "Stift" als ich normalerweise zur Kippe gegriffen hätte.

IQOS gefiel mir – ich rauchte aber trotzdem weiter Zigaretten

Ich rauchte 2017 also weiter eine Schachtel Zigaretten am Tag, obwohl mein IQOS-Gerät hervorragend funktionierte. Im Sommer benutzte ich das Gerät so gut wie nie – nur in den folgenden Wintermonaten war ich oft froh, nicht auf den klirrend kalten Balkon gehen zu müssen, um meine Sucht nach Nikotin zu befriedigen. Denn – und das ist ein weiterer Vorteil des Heat-Systems – der "Rauch" ist fast geruchlos.

Da IQOS den Tabak lediglich erhitzt, entsteht kein Teer und Kohlenmonoxid, das sich in Kleidung, Vorhängen oder Haaren festsetzen kann. Ich konnte also bequem im Wohnzimmer rauchen, ohne meine nichtrauchende Freundin zu stören oder unsere Gardinen vollzustinken.

Sobald die Tage im Frühjahr 2018 jedoch wieder wärmer wurden, verschwand das Gerät wieder in der Schublade. Mein Verlangen nach Glimmstängeln hatte die kalte Jahreszeit überlebt. Was mich zu diesem Zeitpunkt daran hinderte, komplett auf die alternative "Zigarette" umzusteigen, kann ich inzwischen gar nicht mehr sagen.

Unfreiwilliger Selbstversuch überzeugte mich schließlich

Kurz nach Weihnachten 2018 geschah es dann: Ich war ziemlich stark erkältet und rauchte deshalb tagelang ausschließlich IQOS, um meine Lunge nicht noch mehr mit kratzigem Zigarettenrauch zu reizen. Jeden Tag rauchte ich eine oder zwei "Heets" weniger, wie mir auffiel. Ich war überrascht. War es möglich? Gewöhnte sich mein Körper langsam an die geringere Menge Nikotin, die ich täglich zu mir nahm? Ich war neugierig – und verzichtete weiter auf herkömmliche Zigaretten.

Im Januar 2019 hatte ich bereits wochenlang nur noch das Tobacco-Heating-System verwendet. Ich hatte mich zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht entschieden, komplett umzusteigen.

Das Ereignis, das mich schlagartig zum endgültigen Wechsel bewog, war eigentlich banal: Eines Morgens wurde mir klar, dass ich nicht mehr husten musste. Das mag für einen Nichtraucher seltsam klingen. Aber für mehr als ein Drittel meines Lebens begann mein morgendliches Ritual im Bad damit, mir die Seele aus dem Leib zu husten – genauer gesagt: den Teer und andere giftige Feststoffe, die Zigarettenrauch in der Lunge hinterlässt.

Nach Monaten rauchte ich wieder eine echte Zigarette – und es war ekelhaft

Mein Raucherhusten war offensichtlich verschwunden, nachdem ich wochenlang keine Zigaretten mehr geraucht hatte. Ich wusste schon länger von Studien, laut derer die elektronische Heat-Not-Burn-Alternative IQOS bis zu 90 Prozent weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten sei. Viele der krebserregenden Stoffe im Tabak entstehen schließlich nur beim Verbrennen der Pflanze, nicht beim Erhitzen. Das leuchtete mir zwar ein, doch keine Studie der Welt hätte mich jemals so überzeugen können wie diese Erfahrung am eigenen Leib.

Eines will ich an dieser Stelle betonen: Natürlich weiß ich, dass auch diese "Zigarette" nicht gesund oder risikofrei ist. Die Heat-Not-Burn-Variante ist kein Freifahrtschein für süchtige Raucher – eine komplette Entwöhnung vom Rauchen, und somit auch vom Nervengift Nikotin, ist nach wie vor der gesündeste Schritt für jeden Raucher. Solange Nikotinabhängige es jedoch nicht schaffen, ihre Sucht vollständig loszuwerden, kann es für sie durchaus ratsam sein, auf weniger schädliche Verabreichungsmethoden umzusteigen. IQOS ist eine solche Alternative – zumindest für mich.

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