Mundkrebs wird oft zu spät erkannt – dabei hat jeder Dritte ein erhöhtes Risiko

Mundkrebs ist fast so häufig wie schwarzer Hautkrebs. Doch den meisten ist das gar nicht bewusst – genauso wie die Tatsache, dass Rauchen das Risiko für Mundkrebs um den Faktor 30 erhöht, vor allem in Verbindung mit Alkohol. Raucher sollten deshalb auf Symptome achten.

Rund jeder dritte erwachsene Deutsche raucht. Dass damit Lungenkrebs und Bronchialkrebs drohen können, ist bekannt. Doch dass durch den Rauch auch Schleimhäute im gesamten Mundraum, Rachen sowie die Zunge derart geschädigt werden können, dass sich Mundkrebs entwickelt, ist immer noch weitgehend unbekannt.

Denn über Mundkrebs gibt es – im Gegensatz zu Lungenkrebs – viel weniger Informationen. So hält sich der Irrtum, es handelt sich bei Mundkrebs um eine eher seltene Krebserkrankung. Doch das stimmt nicht: Pro Jahr erhalten rund 13.000 Menschen in Deutschland die Diagnose „Mundkrebs“. Damit rangiert Mundkrebs gleich nach dem malignem Melanom auf Rang neun der häufigsten Krebsarten hierzulande.

Warum Rauchen Mundkrebs auslösen kann

Der Rauch von Zigaretten enthält Tausende Inhaltsstoffe. Mindestens 90 davon sind kanzerogen, können also Krebs auslösen. Darunter sind etwa polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Nitrosamine, Benzol und radioaktives Polonium. Alle Gewebe, die mit dem Rauch in Kontakt kommen, können sich deshalb verändern und die Zellen mutieren.

Rauchen plus Alkohol ist die gefährlichste Mischung

Auf diese Weise erhöht Rauchen das Mundkrebsrisiko massiv. Wer zusätzlich Alkohol trinkt, addiert nicht nur die Risikofaktoren, sondern multipliziert sie. Denn auch Alkohol kann Krebs auslösen. Er macht die Schleimhäute durchlässiger, die Giftstoffe von Rauch und Alkohol dringen schneller und tiefer ins Gewebe ein.

Daneben gibt es außerdem noch diese Risikofaktoren für Mundkrebs:

Frühsymptome von Mundkrebs werden oft übersehen

Wenn kleinste Veränderungen im Mund auftreten, denkt kaum einer an Mundkrebs. Deshalb wird die Erkrankung oft erst spät entdeckt. Belastende Operationen und andere Therapien sowie eine anschließende plastisch-rekonstruktive Gesichtschirurgie sind dann meist unumgänglich. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt dann bei 50 Prozent. Je kleiner der Tumor ist und je früher er entdeckt wird, desto höher steigt die Lebenserwartung. Bei einer frühzeitigen Entfernung steigt die Überlebensrate bei Mundkrebs auf rund 90 Prozent.

Achten Sie deshalb auf diese Frühsymptome von Mundkrebs, die meist nicht weh tun:

  • Schleimhautverletzungen oder Wunden, die nicht abheilen
  • ständige Schwellung
  • rote Flecken
  • kleine Blutungen
  • Schleimhautveränderungen insgesamt, also raue Stellen, Erhebungen, Einsenkungen

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  • Symptome von fortgeschrittenem Mundkrebs

    Doch auch wenn Mundkrebs bereits ausgebrochen ist, werden die deutlichen Symptome oft übersehen beziehungsweise verdrängt. Denn seien wir mal ehrlich: Im Mund, wo uns jedes kleinste Sesamkörnchen stört, wenn es sich in der Wangenschleimhaut festgesetzt hat, erscheint es kaum nachvollziehbar, dass folgende Symptome nicht wahrgenommen werden:

    • Verhärtungen
    • stärkere Blutungen
    • Flecken – rot oder weißlich
    • Beweglichkeit der Zunge ist eingeschränkt
    • auffälliger Speichelfluss
    • Schmerzen
    • Kau- und/oder Schluckbeschwerden

    Meist werden solche Probleme zwar registriert, die ärztliche Abklärung jedoch hinausgezögert.

    Regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt

    Doch das Abwarten ist gefährlich. Lassen Sie jede Veränderung im Mund vom Zahnarzt abchecken! Ansonsten gilt: Inspizieren Sie einmal pro Woche Ihre Mundschleimhaut vor dem Spiegel, schauen Sie sich auch Ihre Zunge genau an, und zwar Oberseite und Unterseite. Und: Gehen Sie alle sechs Monate zum Zahnarzt.

    Zum Zahncheck gehört auch die Untersuchung der Mundschleimhaut und Zunge sowie des Gaumens. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten, eine Blickdiagnose reicht also aus, und ist völlig schmerzfrei. Bei einer verdächtigen Stelle wird eine kleine Gewebeprobe entnommen, falls nötig eine Computertomografie durchgeführt. Je nach Befund richtet sich dann der Therapieplan.

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    E-Zigaretten als kleineres Übel

    Am wirksamsten wäre es natürlich, die beiden Hauptrisikofaktoren für Mundkrebs – Rauchen und Alkohol – einzuschränken. Für Genusstrinker ist es oft nicht so schwer, alkoholfreie Tage einzulegen und den Konsum insgesamt zu reduzieren. Für Raucher ist es oft nicht so einfach, die Sucht nach dem Nikotin bei vielen zu groß.

    Hier können Alternativen wie E-Zigaretten, Tabakerhitzer und Verdampfer wie zum Beispiel von IQOS eine Möglichkeit sein. Sie erhitzen den Tabak nur, wofür wesentlich niedrigere Temperaturen erreicht werden als beim Verbrennen von Tabak durch herkömmliche Zigaretten. Deshalb entstehen beim Erhitzen auch wesentlich weniger Schadstoffe. Ihr Dampf enthält bis zu 90 Prozent weniger Giftstoffe als normaler Zigarettenrauch. Ganz risikofrei ist dieser Ersatz freilich nicht. Aber wenn Sie es nicht schaffen, Ihr Rauchverhalten auf andere Weise einzuschränken, können Sie die Schadstoffbelastung so zumindest reduzieren.

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